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Zukunft von Luhukay auf St. Pauli ungewiss

© imago Images / Joachim Sielski

Nach der desaströsen 0:4-Pleite in Hannover ist die Zukunft von Jos Luhukay als Trainer des FC St. Pauli ungewisser denn je. Sportdirektor Andreas Bornemann gab dem 57-Jährigen gegenüber der "Bild" nur noch teilweise Rückendeckung und auch sonst stehen die Zeichen wohl eher auf Abschied. 

"Nicht der richtige Moment, um darüber zu reden" 

"Bei St. Pauli gibt es zu viel Bequemlichkeit, zu viel Komfortzone, alle sind zu nett zueinander. Das gilt für alle Bereiche in diesem Verein. Das sollte man in den Müll werfen", sagte Jos Luhukay kurz nach seinem Amtsantritt im April 2019 über die Atmosphäre in und rund um den Hamburger Kiezclub. Spätestens im Juni 2020 ist von dieser Komfortzone aber nicht mehr viel übrig geblieben. Nach dem 0:4 in Hannover am Mittwochabend droht St. Pauli mit einem Vorsprung von fünf Punkten zwei Spieltage vor dem Saisonende zwar nicht mehr ernsthaft der Relegationsplatz, die Stimmung ist aber auf einem Tiefpunkt angekommen und eine Trainerdiskussion scheint unausweichlich.

"Es ist nicht der richtige Moment, um darüber zu reden und ich möchte auch nicht in Aktionismus verfallen und die Mannschaft aus der Verantwortung lassen. Zu gegebener Zeit werden wir diese Saison aufarbeiten", sagte Sportdirektor Andreas Bornemann auf Nachfrage der "Bild" nun zu der Trainer-Thematik und dem noch bis 2021 laufenden Vertrag von Luhukay. Der 57-Jährige hat in seiner Amtszeit in 38 Ligaspielen bisher lediglich zehn Siege, bei 13 Unentschieden und 15 Pleiten eingefahren und kann bei 1,13 Punkten pro Spiel keine wirklich gute Bilanz aufweisen.

Verhältnis zwischen Trainer und Team gestört?

Zudem scheint auch das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft gestört zu sein. Immer wieder forderte der Coach die Medien in dieser Spielzeit auf, die Mannschaft weniger in den Schutz zu nehmen und nach dem Erfolg gegen Erzgebirge Aue (2:1) am vorherigen Spieltag stauchte Luhukay mit Henk Veermann auch noch seinen erfolgreichsten Stürmer auf dem Weg in die Kabine für alle hörbar zusammen.

"Es gibt keinen Trainer ohne Team und kein Team ohne Trainer. Das wissen alle Beteiligten sehr genau. Ich weiß, dass Trainer und Team in dieser Saison schon besser agiert haben. Daran gilt es für jeden Einzelnen anzuknüpfen", ließ St. Paulis Präsident Oke Göttlich nun tief blicken. Eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit über die Saison hinaus scheint somit eher unwahrscheinlich.