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"Zwei unterschiedliche Halbzeiten": Fürth tritt auf der Stelle

IMAGO / Zink

Die SpVgg Greuther Fürth hält zwar mit jedem Gegner mit, aber so gut wie nie über die volle Spieldistanz.  Auch gegen den FC St. Pauli reichte es nicht zum ersehnten Dreier. Der Bundesliga-Absteiger musste sich mit einem 2:2 begnügen und schwebt weiter in Abstiegsgefahr.

Fürth verschläft die Anfangsphase

Die Feststellung, dass ein Spiel 90 Minuten dauert, kostet in einer bekannten Fußball-Talkshow fünf Euro. Doch vor allem Fürth-Trainer Marc Schneider hat an diesem Umstand aktuell mächtig zu knabbern. Sein Team zeigt sich den Gegnern in weiten Teilen eines Spiels ebenbürtig, um am Ende dann doch enttäuscht vom Platz zu gehen.  Während die Fürther zuletzt oft gegen Ende einer Partie einbrachen, verschliefen sie beim 2:2 im Heimspiel gegen den FC St. Pauli die Anfangsphase komplett.

"Das waren zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wir waren anfangs zu verhalten, zu passiv", analysierte der Fürther Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz. "Dann haben wir nach 30 Minuten umgestellt und hatten mehr Zugriff." In der Tat war den Fürthern die Verunsicherung deutlich anzumerken. Bereits nach 19 Minuten ging der Gast durch Marcel Hartel in Führung. Der Pauli-Stürmer überwand Torhüter Andreas Linde nach einem Gestocher im Strafraum aus kurzer Entfernung. Fürth hatte zwar Chancen auf den direkten Ausgleich, war jedoch unterm Strich in der ersten Hälfte klar unterlegen.

"Riesenkompliment"

Nach der Halbzeit wendete sich jedoch das Blatt. Fürth kam immer besser ins Spiel, hatte Chancen im Minutentakt. In der 48. Minute folgte der verdiente Lohn: Abiama legte den Ball mit dem Hinterkopf quer,  Kapitän Branimir Hrgota stand frei und verwandelte eiskalt. Vier Minuten später schien es so, als könnte Fürth das Spiel komplett drehen – unter gütiger Mithilfe von Pauli Abwehrspieler Jackson Irvine, der den Ball nach einer Flanke ins eigene Tor beförderte. Aus dem Auftreten nach der Pause schöpft Schneider Mut für die nächsten Spiele: "Riesenkompliment, wie die Mannschaft nach der Pause die Energie auf den Platz gebracht hat. Man hat gesehen, dass nicht viel fehlt."

Und es schien wirklich so, als sei der Fußballgott endlich einmal auf Fürther Seite. In der 72. Minute entschied Schiedsrichter Martin Petersen nach VAR-Rücksprache zwar auf Elfmeter für die Hamburger. Doch Paqarada verschoss. Kurz vor Schluss wurden die Fürther dann doch aus allen Träumen gerissen. Pauli-Stürmer Matanovic legte auf den eingewechselten Metcalfe. Auf einmal stand es 2:2. Neben dem Kampfgeist dürfte den Fürthern jedoch Hoffnung machen, dass auch die Konkurrenten im Abstiegskampf keinesfalls enteilen. Und es ist nicht ganz unrealistisch, dass die Spielvereinigung am kommenden Sonntag sogar die Abstiegsränge verlässt. Dann gastiert die Schneider-Elf nämlich beim Tabellensiebzehnten 1.FC Magdeburg.  Für den Schneider könnte die Begegnung durchaus zur Schicksalspartie werden. Nicht nur deshalb beschwört der 42-Jährige nun den Teamgeist: "Die Jungs haben sich nicht belohnt. Das schmerzt, wenn ich den Aufwand sehe. Wir werden in dieser Zeit nun sehr zusammenhalten, um die ersten drei Punkte zu holen."