Zwischenfazit des VfL: Bochum macht Lust auf mehr

Als Tabellenfünfzehnter der Vorsaison hat der VfL Bochum im letzten Jahr zwar knapp den Klassenerhalt geschafft, das Team von der Castroper Straße erzielte aber ligaweit die wenigsten Treffer. In diesem Jahr scheint das anders, zum Start hat der VfL bereits 17 Tore erzielt, die drittmeisten der Liga. Dabei macht sich vor allem der deutliche Qualitätssprung im Team bemerkbar, den der Verein mit einer veränderten Transferpolitik und viel eingekaufter, individueller Klasse erreicht hat. Mit 14 Punkten steht der VfL momentan auf Tabellenplatz 8 - durchaus mit Ambitionen nach oben, die zuletzt aber durch eine deutliche 5:0 Packung in Heidenheim gedämpft wurde. Doch der VfL zeigte die richtige Reaktion und bewies im folgenden Heimspiel gegen Nürnberg (1:1), dass mit den Bochumern zu rechnen ist.

Top: Die Offensive funktioniert

Ein Hauptgrund für den Aufschwung beim VfL ist sicher Simon Terodde, der fulminant in die Saison gestartet ist. Mit 8 Toren in 6 Spielen überzeugte der Neuzugang von Union Berlin schnell, auch wenn ihm in den letzten drei Partien kein Treffer gelang. Mit der Ausbeute überragt er die anderen Offensivneuzugänge Stanislav Sestak und Michael Gregoritsch zwar deutlich, aber auch das Duo schlug voll ein und traf jeweils dreimal. Zwei weitere Neuzugänge, namentlich Marco Terrazzino und Mikael Forssell, zeigen zwar durchaus Ansätze, müssen sich aber noch steigern. Yusuke Tasaka, Selim Gündüz und Piotr Cwielong sind die einzig verbliebenen Offensivkräfte des letzten Jahres, gerade der Japaner kann aber auf der rechten Außenbahn mit klugen Pässen und schnellen Dribblings überzeugen. Ähnliches gilt für Selim Gündüz, der Youngster erhält aber wenig Spielpraxis: Er ist eher ein Mann für die Zukunft. Die Enttäuschung in der Offensive ist Piotr Cwielong. Der zwischenzeitlich für die Nationalmannschaft nominierte Pole tritt wie im Vorjahr kaum in Erscheinung und muss sich ernsthaft Gedanken um seine Zukunft beim VfL Bochum machen. Auffällig ist auch: 12 der 17 Tore gelangen auswärts, 10 davon in zwei Spielen. Gerade auswärts lässt es der VfL also ordentlich krachen.

Flop: Kein Spiel ohne Gegentor - Kein Heimsieg

Der VfL Bochum konnte erst einmal in dieser Saison zu Null spielen - im DFB-Pokal beim 2:0 Heimerfolg gegen den Bundesligisten aus Stuttgart. So gut die Offensive auch funktioniert, so verbesserungswürdig ist die Defensivarbeit: Das Problem sind individuelle Aussetzer, die den VfL schon um viele Punkte brachten. Gerade zu Hause fallen die Fehler ins Gewicht, lediglich 5 Heimpunkte (5 Mal 1:1, Ligarekord) stehen zur Buche. Dabei waren insbesondere in den Heimspielen gegen Fürth, Nürnberg und Union Berlin mehr Punkte möglich, in diesen Spielen war der VfL klar überlegen und scheiterte lediglich an der eigenen Chancenauswertung.  So muss der VfL insbesondere im eigenen Stadion noch einen Zahn zulegen, um wirklich ernsthaft in oberen Tabellenregionen mitmischen zu können.

Ausblick: Zwischen Gut und Böse

Der derzeitige Tabellenplatz dürfte etwa dem Leistungsvermögen des Kaders entsprechen.  Zum endgültigen Mitmischen im Aufstiegskampf fehlt die Qualität in der Breite des Kaders, auch wenn 2-3 Spieler problemlos ersetzt werden können. Dennoch fehlt der endgültige Konkurrenzkampf auf einzelnen Positionen, insbesondere die Youngsters Henrik Gulden oder Fabian Holthaus müssen noch deutlich zulegen. Selbiges gilt für Adnan Zahirovic und den angesprochenen Cwielong. Gut gestartet ist der VfL im vergangenen Jahr auch - es folgte der Einbruch im Oktober. Sollte Peter Neururer mit seinem Team diesen Einbruch verhindern, darf der VfL auf eine sorgenfreie und erfolgreiche Saison hoffen. Den Grundstein dafür sollte man aber im heimischen rewirpowerSTADION legen - die nächste Möglichkeit dazu gibt es am Freitagabend (18:30) gegen Aufsteiger Darmstadt 98. Heimsieg erwünscht.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"