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Aue mit längerem Atem am Millerntor – Abwehr noch mit Unsicherheiten

Nach zwei Niederlagen in Folge drehen die Veilchen in der Hansestadt einen frühen Rückstand und gewinnen auswärts 1:2. Damit verbessern sich die Sachsen auf Rang 13, während die rote Laterne in Hamburg bleibt.

Frühe Fehlentscheidung!?

Keine 120 Sekunden waren gespielt, da zeigte Schiedsrichter Dr. Jochen Drees auf den Punkt im Auer Strafraum. Der Unparteiische wertete eine kurze Berührung von Breitkreuz an Dudziak als Foul und gab den Hausherren einen Elfmeter. In der Wiederholung wurde jedoch deutlich, dass der Kiezkicker mehr aus der Sache macht und sehr leicht und schnell zu Boden geht, eine sehr strittige Szene gleich zu Beginn, aus Auer Sicht natürlich kein Elfmeter. Den fälligen Strafstoß verwandelte Marvin Ducksch und ließ Debütant Haas im Auer Tor keine Chance.

Auer Pressing und Köpkes Hacke

Die Veilchen steckten diesen frühen Gegentreffer schnell weg und nahmen das Heft des Handelns in die Hand. Mit frühen Gegenpressing drängten die in Weiß spielenden Auer die Hausherren tief in ihre eigene Hälfte und setzten sie gehörig unter Druck. Keeper Himmelmann und die Paulianer Viererkette beschränkten sich auf hohe lange Bälle und offenbarten große Probleme im Aufbauspiel. Wohingegen Aue früh draufging und sich mit schnellen Kombinationen Richtung Strafraum spielte. Die Belohnung holten sich die Schachter dann in der 39. Minute. Soukou, der zuvor für den verletzten Adler in die Partie gekommen war, tanzte Buballa auf dem Flügel aus und bediente Pascal Köpke mit einem Flachpass, den der Stürmer per Hacke ins lange Eck zauberte. Kategorie Tor des Monats und bereits sein 5. Treffer. Der Ball wäre auch für Köpke Senior unhaltbar gewesen, der Bundestorwarttrainer verfolgte das Spiel seines Sohnes live auf der Tribüne.

Im zweiten Durchgang flachte das spielerische Niveau zusehends ab, beide Mannschaften beschränkten sich auf lange Bälle, keines der Teams riss die Partie an sich. Mitte der Halbzeit dann noch einmal große Aufregung im Auer Strafraum, wieder hatte Breitkreuz einen Paulianer zu Fall gebracht, diesmal pfiff Drees nicht und wieder lag er damit falsch. Im Laufduell gegen Aziz Bouhaddouz war der Abwehrchef ins Straucheln geraten und fiel dem Stürmer in die Beine, sicherlich unabsichtlich aber elfmeterwürdig. So sah es lange nach einer Punkteteilung aus, doch Breitkreuz machte seinen Fehler wieder gut und köpfte in der 90. Minute einen Freistoß vom eingewechselten Mirnes Pepic aus kurzer Distanz in die Maschen.

Abwehr weiterhin nicht sattelfest

Die drei Punkte täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass die Auer Hintermannschaft weiterhin wackelt und nach der Stabilität der Vorsaison sucht. Obwohl sich St. Pauli auf lange Bälle beschränkte, kamen die Kiezkicker immer wieder zu gefährlichen Chancen. Neuzugang Daniel Haas hatte großen Anteil daran, dass kein weiteres Gegentor nach dem Elfmeter hinzukam, ein Einstand nach Maß für den Männel-Ersatz, der die nötige Ruhe ausstrahlte und zweimal zur Stelle war. Dennoch waren die großen Lücken, wie schon im letzten Spiel gegen Bochum (2:4), in der Rückwärtsbewegung zu sehen, St. Pauli konnte sich immer wieder mit einfachen Pässen in den Strafraum spielen. Die Sechser Samson und Riese konnten die Räume nicht schließen und so hätten die Hamburger durch Ducksch in der zweiten Halbzeit auch in Führung gehen können, wenn der Ex-Dortmunder nicht im Abseits gestanden hätte. Dennoch bewiesen die Veilchen Moral und belohnten sich am Ende für ihren hohen Arbeitsaufwand und ihre leichte spielerische Überlegenheit in der ersten Hälfte.