Heidenheim: Kaderplanung nach 21 Transfers abgeschlossen

Die Schwaben sind ein sparsames Völkchen. In vielen Fällen trifft dies auch zu, aber nicht so bei den Transfers des 1. FC Heidenheim. Zehn Spieler verließen den Verein und dafür kamen elf neue Gesichter hinzu. liga2-online.de schaut sich die Tätigkeiten des 1. FCH auf dem Transfermarkt einmal genauer an.

Wenn die Bundesliga ruft…

Zwei Abgänge treffen die Heidenheimer ganz besonders. Philip Heise und Florian Niederlechner spielten eine herausragende Saison. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei ambitionierten Clubs. So war Heise dem VfB Stuttgart knapp eine Millionen Euro wert, um ihn vorzeitig an den Neckar zu locken. Noch tiefer in die Tasche griff der 1. FSV Mainz 05, der für Niederlechner 1,5 Millionen Euro locker machte. Hier könnten aber noch einige Euros an die Heidenheimer fließen, die auch bei einem eventuellen Weiterverkauf von Niederlechner profitieren würden. Dies waren die einzigen Spieler, für die die Heidenheimer Geld erhielten. Patrick Mayer und Michael Vitzthum zog es zum SV Wehen Wiesbaden. Ebenfalls nächste Saison in der dritten Liga anzutreffen sind Torhüter Rouven Sattelmaier (Stuttgarter Kickers), Philipp Riese (Erzgebirge Aue) und Manuel Janzer (Holstein Kiel). Bei Felix Körber, Alper Bagceci und Dennis Malura sind die Ziele noch offen.

Internationales Flair an der Brenz

Einen Teil der Transfererlöse investierte man sinnvoll in das Umfeld und auch neue Spieler. Man zählt insgesamt elf Neuzugänge. Kevin Njie, Dave Gnaase und Tim Skarke rücken aus der eigenen A-Jugend in den Kader auf. Sven Ullrich wurde für das A-Junioren Bundesligateam verpflichtet, aber steht zugleich als dritter Torhüter im Kader. Denn ebenfalls vom VfB Stuttgart kam Kevin Müller. Dieser muss sich vorerst aber wohl mit der Nummer zwei hinter Jan Zimmermann begnügen. Als Außenverteidiger stoßen Arne Feick (VfR Aalen) und Sebastian Heidinger (Leipzig) zum FCH. Für das zentrale Mittelfeld wurde der erfahrene Norman Theuerkauf aus Braunschweig verpflichtet. In der Offensivabteilung gab es die meisten Veränderungen. Im Sturmzentrum soll Daniel Frahn (Leipzig) Niederlechner so schnell wie möglich vergessen machen. Für die Außenbahnen wurden der junge Dominik Widemann aus Unterhaching und Ben Halloran (Fortuna Düsseldorf) verpflichtet. Halloran ist australischer Nationalstürmer und somit der erste A-Nationalspieler im Kader der Heidenheimer.

Stamm bleibt, Breite verstärkt

Sicher schmerzen die Abgänge von Heise und Niederlechner. Heise zählte zu den besten Außenverteidigern der Liga. Offensiv sehr stark und mit seinem linken Fuß schlug er nicht nur gefährliche Standards, sondern war auch als Torschütze und Vorlagengeber erfolgreich. Davon profitierte oftmals Niederlechner, der mit zehn Vorlagen und 15 Treffern die interne Scorerliste anführte. Der Rest war zumeist nur zweite Wahl und so bleibt der größte Teil der Heidenheimer Stammelf erhalten. Mit Frahn hat man in den Augen der offiziellen einen adäquaten Ersatz gefunden, der mit seiner Erfahrung wohl auch keine Probleme haben dürfte sich schnell im neuen Team und in der Liga zurechtzufinden. Für Heise hat man Heidinger und Feick verpflichtet, die wohl auf Augenhöhe angesehen werden dürfen und sich somit einen offenen Kampf um den Platz des linken Verteidigers liefern werden. Dort war Heise vergangene Saison nahezu konkurrenzlos, da Vitzthum in Heidenheim kein Bein auf den Boden bekam. Widemann und auch Halloran müssen zu Beginn der Saison wohl auch erst einmal hinten anstehen, da man mit Marc Schnatterer und Robert Leipertz schon sehr stark besetzt ist. Dennoch hat man beiden angemerkt, dass ihnen eine Pause während der Saison gut tun würde. Beide waren vergangene Saison fast ausnahmslos gesetzt. Nun hat man mit dem jungen Widemann, der auch im Sturmzentrum spielen kann, und dem erfahrenen Halloran gleich zwei Spieler in der Hinterhand, die persönlich und auch qualitativ problemlos eingesetzt werden können. Zudem heizen beide den Konkurrenzkampf an, sodass sich sowohl Schnatterer, als auch Leipertz in keiner Trainingseinheit ausruhen können.

Dies gilt auch für Theuerkauf, der sich in erster Linie mit Marcel Titsch-Rivero und Sebastian Griesbeck auseinandersetzen muss. Beide sind absolute Leistungsträger in der abgelaufenen Spielzeit gewesen. Ärgerlich für Titsch-Rivero ist seine Verletzung, die er sich bereits in der ersten Spielminute des 34. Spieltages gegen Erzgebirge Aue zuzog. Damit dürfte Theuerkauf gute Aussichten auf einen Stammplatz zu Beginn der Saison haben. Die Erfahrung, die er mitbringt kann dem sonst noch etwas unerfahrenen Zweitligateam des 1. FCH nur helfen. Die restlichen Neuen müssen durch die Trainingseinheiten auf sich aufmerksam machen und so auf den einen oder anderen Einsatz hoffen. Abschließend bleibt festzuhalten, dass sich die Heidenheimer im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut und sinnvoll verstärkt haben. Es wurde ein guter Mix aus Erfahrung und jugendlicher Unbekümmertheit gefunden. In der zweiten Saison fällt der Bonus des unbekannten Aufsteigers weg und dennoch stehen die Chancen auf den erneuten Klassenerhalt alles andere als schlecht. Denn das Gerüst des Teams bleibt auch in der kommenden Saison bestehen und mit den Neuverpflichtungen hat man nun deutlich mehr Alternativen, um auch mögliche Schwächephasen und auch Tiefs einzelner Spieler besser wegzustecken.

Kaderchecks: [SC Freiburg] [SC Paderborn] [Karlsruher SC] [1.FC Kaiserslautern] [RB Leipzig] [Eintracht Braunschweig] [1.FC Union Berlin] [1.FC Heidenheim] [1.FC Nürnberg] [Fortuna Düsseldorf] [VfL Bochum] [SV Sandhausen] [FSV Frankfurt] [SpVgg Greuther Fürth] [FC St. Pauli] [TSV 1860 München] [Arminia Bielefeld] [MSV Duisburg]

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