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RB Leipzig: Mit Schema F ins Mittelmaß

© GEPA

Es läuft nicht rund in Leipzig. Anstatt wie gehofft und geplant vorneweg zu marschieren, tritt der Millionenklub auf der Stelle – und verpasst schon wieder, wie im Vorjahr, schleichend den Kontakt zu den Spitzenplätzen. Zwar verliert die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick nur wenige Spiele, es gelingt ihr aber viel zu selten enge Partien durch die zweifellos vorhandene individuelle Klasse auch mal mit einem Erfolg zu beschließen. Die englische Woche war dafür erneut das beste Beispiel. In den Partien in Heidenheim, gegen Freiburg und bei 1860 München waren die Messestädter jeweils über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft. Ein Sieg jedoch sprang nicht dabei heraus, 3 Punkte durch 3 Remis kann keine befriedigende Bilanz sein.

Eckpfeiler noch nicht in Form

Doch wo liegen die Gründe? Neben der nicht wegzudiskutierenden Tatsache, dass es Rangnick noch nicht gelungen ist, die im Sommer runderneuerte Truppe zu einer homogenen und eingespielten Einheit zu formen – ein Fakt, der bis zu einem gewissen Punkt ja auch verständlich und logisch erscheint – fällt vor allem die persönliche Krise einiger geplanter Eckpfeiler ins Auge.  Exemplarisch müssen hier Innenverteidiger Willy Orban und Stürmer Yussuf Poulsen genannt werden. Während der Defensivakteur noch nach seiner Form aus der Vorsaison sucht und zuletzt auch durch entscheidende Patzer das Team wohl um zwei Auswärtssiege gebracht hat, ist der dänische Stürmer offenbar nach dem Transfertheater im Sommer und den Avancen aus höheren Gefilden noch nicht wieder in der Realität der 2. Bundesliga angekommen. Für RB war es richtig und wichtig, seinen Vertrag zu verlängern – nun ist es aber am Spieler selbst, sich zu erden und das Vertrauen zurück zu zahlen.

Aufstieg zu verpassen wäre peinlich

Die Schuld aber bei einzelnen zu suchen ist gewiss einfach, kann jedoch keine allumfassende Erklärung sein. Die Mannschaft scheint nicht in der Lage zu sein, ihr Tempo einer Spielsituation entsprechend anzuziehen – man hat oft den Eindruck, das vorgegebene Schema F kann 90 Minuten durchgezogen werden – mehr aber eben (noch) nicht. Klubs wie der SC Freiburg, der VfL Bochum oder gar der FC St. Pauli demonstrieren mit personell wohl schwächer besetzten Kadern, wie Fußball im Unterhaus zu funktionieren hat. Für die Leipziger gilt es, sich schnellstens an diesen Vorbildern zu orientieren – sonst wird der Traum vom Aufstieg ein zweites Mal platzen. Und dies wäre im Hinblick auf die getätigten Investitionen, ob man dem Projekt vom Cottaweg positiv oder negativ gegenübersteht, schlicht und einfach eine große Peinlichkeit.