0:6! Arminia am Tiefpunkt: "Wir waren eine komplette Enttäuschung"

In der 2. Runde des DFB-Pokals ist Arminia Bielefeld krachend gescheitert. Beim VfB Stuttgart gab es eine 0:6-Klatsche, bei der sich die gesamte Mannschaft der Ostwestfalen hinterfragen muss - da waren sich die Spieler nach Abpfiff einig. Cheftrainer Daniel Scherning entschuldigte sich bei den mitgereisten Fans.

"So kannst du nicht verteidigen"

Vier Tore vor der Pause - die Partie zwischen dem Tabellenletzten der 2. Bundesliga und den klassenhöheren Stuttgartern war einseitig. Im zweiten Durchgang erhöhten die Schwaben um zwei weitere Treffer, ehe der VfB schon nach 67 Spielminuten einen Gang zurückschalten konnte. Auf Bielefelder Seite herrschte Frust. "Der Sieg ist in der Höhe absolut verdient. Wir sind sehr, sehr enttäuscht über unsere Leistung", kommentierte Daniel Scherning das krachende Pokal-Aus. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt

"Ich kann mich nur bei allen mitgereisten Fans aus Bielefeld für diese Leistung entschuldigen. Alles Weitere werde ich erst mit der Mannschaft besprechen, bevor wir es öffentlich machen", erklärte der 38-Jährige, wie es nun auf der Bielefelder Alm weitergehen wird. Die Sorgen sind nicht groß, sie sind riesig. Allein das Abwehrverhalten stieß mächtig auf. "So kannst du als Mannschaft nicht verteidigen. Wir haben heute gar nichts auf den Platz bekommen, wir haben es Stuttgart sehr einfach gemacht. Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen und wenn, dann haben wir sie verloren", so Scherning, für den es die vierte Niederlage in Folge war.

Prietl fordert Zusammenhalt

Dabei hatte der neue Fußballlehrer mit acht Punkten aus fünf Spielen angefangen. Es folgten drei Liga-Niederlagen, ehe nun das deutliche Pokal-Aus für einen neuen Tiefpunkt sorgt. "Wir waren eine komplette Enttäuschung und müssen uns bei unseren Fans entschuldigen", schloss sich Jomaine Consbruch der Kritik seines Trainers an. Doch die Mannschaft muss nun zusammenstehen, wie Manuel Prietl fand. "Da kommt man nur mit viel Zusammenhalt wieder heraus", so der Österreicher, der seine schlechteste Phase bei den Ostwestfalen erlebt. Zum ersten Mal seit seiner Verletzung Juli stand er in der Startelf.

Der 31-jährige Abräumer analysierte knallhart. "So reicht es einfach nicht. Wir haben uns oft wie Schulbuben verhalten, kein Zweikampfverhalten gezeigt. Momentan kann man nichts beschönigen, wir müssen hart mit uns ins Gericht gehen. Jeder Einzelne muss sich hinterfragen", forderte Prietl vom gesamten Bielefelder Team. "Meiner Meinung nach sind wir viel zu brav. Wir müssen deutlich dreckiger spielen, immerhin sind wir im Kampf um den Klassenerhalt - der ist beinhart." Bislang haben die Ostwestfalen nur selten gezeigt, dass sie diesem Kampf gewachsen sind. Am Samstag (20:30 Uhr) geht es im Heimspiel mit dem FC St. Pauli weiter - und Bielefeld ist bereits zum Siegen gezwungen, wenn es den Anschluss zum rettenden Ufer nicht endgültig verlieren will.

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