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Heidenheim: 2. Bundesliga soll nicht nur ein Abenteuer werden

79 Punkte hat der 1. FC Heidenheim in der zurückliegenden Saison in Liga drei gesammelt. Aufgrund des besseren Torverhältnisses konnte man sich sogar vor der millionenschweren Truppe aus Leipzig für die 2. Bundesliga qualifizieren. Für den 1. FCH wird es die Premierensaison werden, in der man alles daran setzen wird, den Klassenerhalt zu schaffen. Dabei wird sich so einiges für den Verein aus Ostwürttemberg verändern.

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Live-Spiele und gesenkte Erwartungshaltung

Statt den bisher 38 Saisonspielen wird man in der 2. Bundesliga nur noch 34 Spiele bestreiten. Der ganz große Unterschied ist jedoch, dass nun sämtliche Spiele live übertragen werden und somit von Millionen von Menschen gesehen werden. Eine solch große, mediale Aufmerksamkeit wurde dem Team nur bei Spitzenspielen und beim Saisonfinale zu teil. Nun wird das Team von Cheftrainer Frank Schmidt, der seit Sommer 2007 im Amt ist,  noch mehr beobachtet und bei Misserfolgen kritisch gesehen. Vergangene Spielzeit war der Begriff für die Brenzstädter noch ein Fremdwort, doch dies wird sich eine Etage höher ändern. Man wird nicht die Tabelle anführen und Woche für Woche einen Sieg einfahren. Es wird spannend zu sehen sein, wie das Team mit der neuen Konstellation umgehen wird und wie schnell sie sich an die 2. Bundesliga akklimatisieren können.

Neue Gegner, neue Stadien

Mit der 2. Bundesliga darf man sich in Heidenheim auch auf zahlreiche neue Gegner und neue Stadien freuen. Spiele auf dem Betzenberg in Kaiserslautern, in der Allianz Arena in München oder im Millerntor auf St. Pauli sind nur drei von vielen Highlights, die in der neuen Saison auf den 1. FCH warten. Doch vor einer großen Kulisse zu spielen ist für die Heidenheimer nichts Neues. Selbst hatte man in der vergangenen Spielzeit einen Zuschauerschnitt um die 9.000 und bei Spielen in Rostock, Duisburg oder auch Leipzig waren Zuschauerzahlen im fünfstelligen Bereich Alltag. Das eigene Stadion wird in der kommende Saison von 13.000 auf 15.000 Plätze erweitert, um den großen Anstürmen bei Topspielen gerecht werden zu können. Der bisherige Zuschauerrekord datiert vom letzten Spieltag in der 3. Liga gegen die SpVgg Unterhaching. 12.600 Zuschauer feierten gemeinsam den Titelgewinn im und anschließend vor dem Stadion.

Philosophie beibehalten und auf Unterstützung der Sponsoren angewiesen

Viel Arbeitet wartet auf den gesamten Verein in der 2. Bundesliga. Ein wichtiger Grundstein sind dabei die über 300 Sponsoren, die fast ausschließlich in der Region beheimatet sind. „Wenn man es sich mit einem Sponsor verscherzt, weiß es anschließend das ganze Dorf“, sagte Geschäftsführer Holger Sanwald scherzhaft. Damit wollte er aufzeigen, wie schwer es ist, es allen Sponsoren Recht zu machen und das bei einer kleinen Gemeinde von unter 50.000 Einwohnern beinahe jeder jeden kennt. Doch nicht nur die Sponsoren, auch die Stadt identifiziert sich zu 100% mit dem Verein, denn ohne die Unterstützung der Stadt wäre der Stadionausbau nicht realisierbar. Warum die Identifikation so groß ist zeigt sich auch in der Transferpolitik. Spieler wie Tim Göhlert und auch Alper Bagceci sind schon seit der Oberliga im Team und haben den gesamten Weg bis in die 2. Bundesliga mit begleitet. Es wird sehr drauf geachtet, dass sich Spieler mit dem Verein und der Region identifizieren können. So setzt man überwiegend auf junge Spieler aus der Region, die meist in den zweiten Mannschaften eines Bundesligisten spielen, dort aber nie den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Das bewiesen auch die bisherigen Transfers. Manuel Janzer kommt vom VfB Stuttgart II, wurde in Oberkochen – rund 15km von Heidenheim entfernt – geboren und soll nun die Außenbahn beleben. Robert Leipertz gilt als großes Talent und beeindruckte bei den Amateuren von Schalke 04 mit 20 Toren und sieben Vorlagen in 34 Partien. Wie familiär es in Heidenheim zu geht zeigt auch die Rückkehr von Kevin Kraus. Ein halbes Jahr lang kickte er bereits in Heidenheim. Nach seiner Leihe ging er aber zurück nach Fürth, um sich in der 2. Bundesliga zu beweisen. Nun, eine Saison später, entschied sich Kraus zum 1. FCH zurückzukehren und sich einen Stammplatz im Team zu erkämpfen. Keiner der drei Spieler ist älter als 22 Jahre. Man vertraut dem bisherigen Stamm des Kaders und ergänzt diesen durch junge, hungrige Spieler. So will man das große Ziel, den Klassenerhalt, realisieren.

FOTO: Marcel Junghanns / Klettermaxe Photographie / Fototifosi