1. FC Union Berlin: Die Gründe für die Krise

Der 1. FC Union Berlin ist in den letzten Partien doch merklich am Schwächeln. Seit Ende März warten die Schützlinge des scheidenden Trainers Uwe Neuhaus nun schon auf einen Sieg. Gegen Absteiger FC Energie Cottbus hat man zuletzt einen dreifachen Punktgewinn beim 2:0-Erfolg einfahren können. Seit das Ende von Neuhaus nach sechs Jahren auf der Trainerbank bekannt geworden ist, fehlen die Ergebnisse. Die Auswärtsspiele in Aue (2:3), Karlsruhe (2:3) und in Aalen (0:3) sind verloren worden. Dazu gesellte sich die 1:2-Heimspielniederlage gegen den 1. FC Köln an der „Alten Försterei“. Den einzigen Punktgewinn in den letzten Wochen gab es beim 1:1-Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern. Was ist nur bei den „Eisernen“ aus Berlin-Köpenick los? Spielerisch ging nur allzu wenig zusammen bei den Hauptstadtkickern. Kämpferisch und läuferisch konnte den Unionern wahrlich kein Vorwurf gemacht werden. Es fehlt aber die notwendige Kreativität im Angriff und die Konsequenz im Torabschluss. Vielleicht hat auch ein wenig die Motivation bei den Kickern gefehlt, denn nach dem 28. Spieltag hatte man bereits sieben Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz 3. Vielleicht gab es nach all den Jahren auch ein wenig Abnutzungserscheinungen beim 1. FC.

Union Berlin ist auf TV-Einnahmen angewiesen

Neuhaus galt als akribischer Arbeiter, der viel von seinen Kickern verlangte. Zudem war der Druck durch die namhaften Neuzugänge vor der Saison auch gewaltig. Der Aufstieg war das erklärte Ziel, welches jedoch schon vor der Saisonendphase aufgegeben werden musste. Auch finanztechnisch war die unzureichende Platzierung nicht gerade im Sinne von Vereinsboss Dirk Zingler, der gegenüber der „Berliner Zeitung“ klar zum Ausdruck bringen konnte: „In der Geld-Tabelle liegen wir auf dem achten Platz. Um auf Platz sieben zu kommen, hätten wir in dieser Saison drei Ränge vor 1860 München reinkommen müssen. Das macht einen Unterschied von 800.000 Euro an TV-Einnahmen.“ Erst im Dezember hat der gebürtige Hattinger seinen Vertrag bis Ende Juni 2016 verlängert. Und das für ein Monatsgehalt in Höhe von 40.000 Euro.

Kaderauffrischung mit schwedischen Neuzugängen

Der Kader ist derzeit etwas überaltert und wird im Sommer sicherlich noch etwas verjüngt werden. Dabei sollen auch Spieler aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance in der Profimannschaft erhalten. Dadurch wird automatisch die Identifikation deutlichst gefördert. In der Transfer-Gerüchteküche werden neben deutschen Spielern wie den 28-jährigen Jens Wemmer vom SC Paderborn und den 22-jährigen Kevin Scheidhauer vom VfL Wolfsburg II auch drei Kicker aus Schweden als Neuzugänge gehandelt. Neben dem erst 18-jährigen Talent Carlos Strandberg vom BK Häcken gibt es auch den 26-Jährigen Erton Fejzullahu von Djurgadens IF und den zwei Jahre jüngeren Magnus Eriksson, der bei Malmö FF unter Vertrag steht. Es soll Bewegung und Qualität in den Kader kommen, damit in der kommenden Spielzeit möglichst bis zum Saisonende im Aufstiegsrennen mitgemischt werden kann.

FOTO: Uwe Schmidt

 

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