1:2-Niederlage! HSV schlittert erneut in die Endspurt-Krise

Jetzt ist es doch ein Déjà-vu für den Hamburger SV! Lange Zeit glaubte man in dieser Saison, dass die Elbstädter aus den Fehlern der letzten Spielzeiten gelernt hat - und lange sah es auch danach aus, dass der HSV kleinere Krisen abschütteln kann. Doch die 1:2-Niederlage in Sandhausen zeigt auf, dass die Gefahr, wieder einmal alles zu verspielen, größer ist.

SVS war mental überlegen

Zwei Mal gab es in dieser Saison bereits kleinere Phasen, in denen der Hamburger SV nicht mehr konstant punktete. Doch die Elf von Cheftrainer Daniel Thioune kam - anders als in den Vorjahren - gestärkt daraus hervor, wie es heutzutage so schön heißt. Aber kurz vor dem Saisonfinale droht den Elbstädter dennoch zum wiederholten Male derselbe Ausgang, denn die direkten Aufstiegsplätze sind nach einer 1:2-Niederlage am Donnerstagabend schon vier Punkte entfernt. Von hinten drücken noch weitere Mannschaften, die in Nachholspielen vorbeiziehen können - und im Falle des Karlsruher SC sogar durch ein direktes Duell mit dem HSV.

Im Spiel gegen Sandhausen machten es die Hausherren dem Aufstiegsfavoriten schon vor dem Seitenwechsel schwer, nach der Pause fielen dann zwei schnelle Tore für den Vorletzten der Tabelle. HSV-Fans in den sozialen Netzwerken verzweifelten an der Tatenlosigkeit ihrer Mannschaft, die weder das System umstellte, noch frischen Wind von der Auswechselbank hereinbrachte. Hohn und Spott, der letztlich dem Cheftrainer angekreidet wurde - und das Jokertor von Manuel Wintzheimer spielte den Kritikern zusätzlich in die Karten. "Die Sandhäuser wollten heute ihr Leben auf dem Platz lassen. Sie wussten, dass sie alles rausblasen müssen. Und das war der Unterschied", stellte Thioune selbst nach der Partie fest, dass der SVS an diesem Abend einfach mental überlegen war.

"Eine Mannschaft hat es mehr gewollt"

"Wir haben die ersten 60 Minuten nicht stattgefunden", kritisierte auch HSV-Torhüter Sven Ulreich die eigene Mannschaft scharf, monierte dabei vor allem das Zweikampfverhalten. Der 32-Jährige legte sich fest: "Das müssen wir uns ankreiden lassen und ist unterm Strich total enttäuschend. Das war unser Problem heute, deshalb gehen wir als Verlierer vom Platz." Dem werden die Fans wohl gnadenlos zustimmen, während ihnen das Auswechselkontigent schleierhaft bleiben dürfte. Erst in der 85. Spielminute wechselte Thioune zum zweiten Mal, brachte dafür aber gleich drei neue Kräfte. Zum Vergleich: Sandhausen vollzog vor der Schlussviertelstunde einen Vierfach-Wechsel, um die Kräfte zu verteilen.

Zudem wirkten die angedachten Mittel im Spiel nicht, wie Thioune später einräumte: "Wir wussten, dass Sandhausen über den ganzen Platz eins-gegen-eins verteidigt und wir viele Räume ziehen müssen, haben aber keine Räume geöffnet und sind nicht in Tempoaktionen gekommen." Fraglich ist, wieso er dann im Spiel nicht früher reagierte. Ein Blick in die Joker-Statistik zeigt grundsätzlich, dass der HSV schon sieben Tore und sieben Vorlagen von der Bank einwechselte - der viertbeste Wert der Liga. Thioune führte es letztlich auf die Mentalität zurück: "Die eine Mannschaft hat es mehr gewollt." Und daran muss der 46-Jährige jetzt schnell arbeiten, sonst reiht er sich schon bald in die unrühmliche Liste der unaufsteigbaren HSV-Trainer ein.

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