1860 München versinkt mehr und mehr im Chaos

Sportlich war das 1:1 des TSV 1860 München gegen den VfL Bochum ein Hoffnungsschimmer und Lebenszeichen im Abstiegskampf. Die Geschehnisse neben dem Platz nahmen in der vergangenen Woche aber wieder eine ganz andere Dimension an, was den TSV mehr und mehr im Chaos versinken lässt.

Geschäftsführer sollen Verein verlassen

Erstmals seit dem Pokalspiel gegen den VfL Bochum war Investor Hasan Ismaik zum Ligaspiel gegen die Bochumer in die Allianz-Arena gekommen. Hier sah er eine spielerisch zwar sehr limitiere Löwen-Elf, die sich allerdings durch eine gute Defensivleistung einen Punkt gegen den Aufstiegsaspiranten erkämpfte. Dabei gingen die Giesinger durch Rubin Okotie sogar in Führung, hatten nach einem etwas glücklichen Ausgleichstreffer von Marco Terrazzino im weiteren Verlauf das Fortune aber ebenfalls auf ihrer Seite, da ein Sieg für die Bochumer am langen Ende nicht unverdient gewesen wäre.

Nicht minder interessant waren die Geschehnisse außerhalb des Platzes. So gaben die Löwen-Fans ihre Meinung über Ismaik durch Transparente offen kund und zeigten so ihre Abneigung. Der Investor traf sich unter der Woche mit rund 350 ausgewählten Fans, um seine Planungen für die Zukunft vorzustellen. Vereinsvertreter waren ebenfalls nicht eingeladen. Hierbei äußerte er etwa die Absicht ein Stadion für 52.000 Zuschauer zu bauen, umgeben von einem Löwengehäge. Hört sich abenteuerlich an und ist es auch, wenn man bedenkt, dass gegen den VfL Bochum gerade einmal 16.000 Fußballbegeisterte den Weg in die Allianz-Arena gefunden haben. Zudem stehen wohl wieder einmal die Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha zur Disposition und sollen nach Ismaiks Ansicht den Verein verlassen.

Begleitumstände erschweren Abstiegskampf

All diese Begleitumstände tragen sicher nicht dazu bei, dass sich Benno Möhlmann, der von den Fans ebenfalls kritisch gewürdigt wurde, und seine Mannschaft zu 100 Prozent auf den Abstiegskampf konzentrieren können. Diese Unruhe, die bei den Sechzigern seit Jahren immer wieder auftritt, wirkt sich nur negativ auf das Gesamtgefüge aus. Niemand weiß genau, wer welche Kompetenzen hat und welche handelnden Personen dem Verein denn mal etwas länger beiwohnen.

Zwar zeigten die Löwen ihren Fans am Sonntagmittag, dass sportlich noch mit ihnen zu rechnen ist, kehrt aber nicht allmählich Ruhe außerhalb des Platzes ein, so wird der TSV über kurz oder lang den Gang in die dritte Liga antreten müssen. Wie viele Leute dann in ein 52.000-Zuschauer fassendes Stadion kommen würden, bleibt abzuwarten.

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