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2:1 gegen Sandhausen: Effektivität lässt Heidenheim aufatmen

„Farbe bekennen“ heißt seit einigen Wochen das Motto in Heidenheim. Zum Spiel gegen den SV Sandhausen sorgte die Heidenheimer Fanszene für ein farbenfrohes Umfeld. Laternen, Bäume, Verkehrsschilder, Mülleimer und Bushaltestellen, alles was sich am Straßenrand auf dem Weg zum Stadion auf dem Schlossberg befand wurde mit rot-blauen Folien, Ballons und Bändern geschmückt. 

Minimalistisch zum Erfolg

Auch im Stadion setzte sich das Bild fort und die Stimmung war bereits vor Anpfiff ausgezeichnet. In Heidenheim ist das Gefühl von Abstiegskampf sehr neu. Weder in der 2. Liga, noch in der 3. Liga und auch Regionalliga mussten die Heidenheimer so lange um den Klassenerhalt zittern. Am drittletzten Spieltag der Saison empfingen die Schwaben den Dauerrivalen aus der Kurpfalz. Die Wege des 1. FCH und des SV Sandhausen kreuzen sich bereits seit Jahren.

Ein munterer Beginn beider Teams ließ auf eine unterhaltsame Partie hoffen, aber bereits nach einigen Minuten beruhigte sich das Spielgeschehen. Sandhausen etablierte den Ballbesitz, aber präsentierte sich in der Offensive ideenlos. Heidenheim attackierte die Gäste ab der Mittellinie und machte somit den Raum in der eigenen Hälfte sehr eng. Erst nach zehn Minuten kamen die Gäste über die linke Seite nach vorne und den ersten Abschluss der Partie konnte Müller entschärfen. Von den Hausherren kam in der ersten Viertelstunde äußert wenig, schlug dann aber eiskalt zu. Feick köpfte einen Ball zu Dovedan in den Lauf, der im Tempo blieb und Schuhen mit einem Schuss ins lange keine Chance ließ (17.). Es war der fünfte Treffer Dovedans aus den letzten vier Spielen. Damit erweist sich der Neuzugang als echte Lebensversicherung der Schwaben im Abstiegskampf. Auf dem Feld änderte sich durch den Treffer nur wenig. Sandhausen wurde ein Großteil des Grüns überlassen, aber wusste mit dem Platz nicht viel anzufangen. Der 1. FCH zeigte sich defensiv äußerst stabil. Unterhaltend war die Partie im ersten Spielabschnitt für die 12.800 Zuschauer nicht wirklich. Im Saisonendspurt ist „Hurrafußball“ von den Teams, die beide noch um den Klassenerhalt zittern, nicht zu erwarten. Und obwohl die Partie spielerisch sicher kein Leckerbissen war, gab es einen zweiten Treffer zu sehen. Thiel brachte von links eine scharfe Hereingabe in die Mitte, wo dann Verhoek am schnellsten schaltete und den Ball mit dem Außenrist ins lange Eck verlängerte (37.).

Sandhausen bemüht, aber erfolgslos

Der Halbzeitpfiff kam gerade recht, um erneut Energie zu tanken. Vor allem die in rot gekleideten Hausherren mussten auf Grund des geringen Ballbesitzes ein hohes Laufpensum abliefern, um den Gästen keine Räume zu geben. Dies gelang im zweiten Durchgang ebenfalls nahezu perfekt. Sandhausen hatte Schwierigkeiten im Offensivspiel. Frank Schmidt musste verletzungsbedingt sehr früh in der Partie dreimal wechseln. Strauß, Verhoek und Titsch-Rivero hatten Probleme und wurden durch Busch, Thomalla und Pusch ersetzt. Nach vorne kam von den Schwaben herzlich wenig, aber sie wussten wie man dem SVS keine gute Abschlusschance zugestand. „Es war dann mehr oder weniger ein Spiel, in dem es darum ging, gut zu verteidigen“, so Schmidt. Ein Indiz für die Harmlosigkeit im gesamten Spielverlauf: Das Eckenverhältnis lautete nach 90 Minuten 2:1 für Heidenheim. Den ersten Eckball für die Schwaben gab es sogar erst nach 85 Spielminuten. In der Nachspielzeit vergab dann Knipping den Anschlusstreffer, als er einen Kopfball etwas zu hoch ansetzte. Auf der Gegenseite durfte sich dann auch noch einmal Schuhen auszeichnen, der bis dato keinen Heidenheimer Schuss auf seinen Kasten auf sich zukommen sah. Gegen Thiel zuckte sein linker Arm nach oben und rettete so aus kürzester Distanz. Mit diesem Sieg macht Heidenheim einen großen Satz nach vorne und konnte sich vorerst ein wenig Luft im Abstiegskampf schaffen.