96-Chaos geht weiter! Wackelt die Lizenz wegen Mann-Verlängerung?

Vergangene Woche vermeldete Hannover 96, dass der Vertrag mit Sportchef Marcus Mann bis 2027 verlängert wurde. So weit, so gut. Doch nun schreibt die "Bild", dass Geschäftsführer Martin Kind die Vertragsverlängerung allein durchgezogen habe. Die nötige Zustimmung des e.V.-Vorstands hatte sich der 78-Jährige nicht eingeholt und damit gegen die 50+1-Regel bei den Niedersachsen verstoßen. Die DFL beobachtet den Klub ohnehin schon sehr genau und hat somit einen weiteren Grund, über den Lizenz-Entzug nachzudenken.

Kind schweigt

Seit Sommer 2021 ist Marcus Mann bei den Roten zuständig und hat den Klub nun unverschuldet und unwissentlich arg in Bedrängnis gebracht. Denn sollte die Meldung der "Bild" stimmen, dass Kind den Vertrag des 38-Jährigen im Alleingang durchgeführt hat, droht den 96ern großer Ärger. Seit Anfang Juni 2021 gilt die Weisung an Kind, dass diese Art von Vertragsabschluss abgesegnet werden muss, wenn ein Jahresgehalt von 100.000 Euro überstiegen wird. Eine Ausnahme gibt es nur bei Spieler-Verträgen.

Damit hat Kind gegen die 50+1-Regel verstoßen. Der stellvertretende e.V.-Vorsitzende Robin Krakau bestätigte dies auf Nachfrage der Zeitung: "Die Zustimmung gemäß der Weisung wurde nicht eingeholt." Das Vorgehen Kinds verwundert, hätte es vom Vereins-Vorstand wohl ohnehin schnell grünes Licht für die Verlängerung mit Mann gegeben. Doch darauf hatte der Unternehmer scheinbar trotzdem keine Lust. Dieser ließ ausrichten, dass man "mit Blick auf das laufende Verfahren bis zur endgültigen Rechtsklärung keine Stellungnahme abgeben", schreibt die "Bild". Der mächtige Mann bat "um Verständnis".

96 schon schriftlich gewarnt

Spannend wird nun, was die DFL aus diesem Sachverhalt macht. Denn diese betonte im August, "dass das uneingeschränkte Weisungsrecht der Gesellschafterversammlung der H96 Management GmbH (der e.V.-Vorstands, Anm. d. Red.) gegenüber der Geschäftsführung (Kind, Anm. d. Red.) eine wesentliche Voraussetzung dafür ist", dass die Strukturen der 96er "als noch mit der 50+1-Regel vereinbar angesehen" werden.

Sollte der e.V.-Vorstand dieses Recht nicht effektiv durchsetzen können, werde die DFL die 96-Verträge überprüfen und eventuell Änderungen einfordern. Nach dem es zuletzt schon einen monatelangen Streit zwischen Kind und Verein gab, zeigt die Causa Mann erneut, dass die 50+1-Regel in Hannover arg in Gefahr ist. Damit zusammenhängend auch die Lizenz-Erteilung.

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