Die Bastion Betzenberg ist gefallen
Ungewohnte Bilder auf dem Betzenberg: Nachdem Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer die Partie gegen den FC St.Pauli beendete, durften erstmals seit dem 23. Februar 2014 (1:2 gegen VfR Aalen) Gäste der Roten Teufel einen Sieg bejubeln. Das 0:2 gegen die Hamburger kam für die Pfälzer gleichermaßen überraschend wie ungelegen und die komfortable Situation Platz Zwei in der eigenen Hand zu haben, ist somit nach zwei Pleiten in Folge verloren gegangen.
Kallas Tor brachte FCK aus dem Tritt
Vieles sprach dabei eigentlich für die Roten Teufel. Mit 14:4 Torschüssen, 8:3 Ecken und 57 Prozent Ballbesitz lag der FCK in drei wichtigen Statistiken vorne. Einzig das erlösende Tor wollte ihnen nicht gelingen. Besonders die erste Hälfte dominierten die Pfälzer, kamen aber gegen eine stabile Defensive nur zu wenigen Chancen. Der Schock durch Jan-Philipp Kallas Treffer kurz nach Wiederbeginn setzte die junge Truppe von Trainer Kosta Runjaic dann kurzzeitig matt und der Elfmetertreffer nach einem ungeschickten Foulspiel von U21-Nationalspieler Dominique Heintz gab ihnen den Rest. Zwar entstand gegen Ende wieder Offensivdruck und Lautern hatte weitere Gelegenheiten und zudem Pech bei einem nicht gegebenen Elfmeter als Enis Alushi Chris Löwe im Strafraum von den Beinen holte, die erste Heimniederlage der Saison ließ sich aber nicht mehr verhindern.
Kuntz erwartet Lerneffekt und Reaktion in Aue
Überraschung und Enttäuschung dominierten nach dem Spiel die Gemüter. Die über 45.000 Zuschauer, die eigentlich den zweiten Tabellenplatz feiern und die Mannschaft in Richtung Aufstieg peitschen wollten, mussten nach dem Spiel Aufbauarbeit leisten, ebenso wie die Verantwortlichen. Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz gab sich gegenüber „Sky‟ kämpferisch und erhofft sich nun „eine geile Leistung‟ im nächsten Spiel bei Erzgebirge Aue (So. 15:00). Trotz des sicheren Abrutschens auf den Relegationsplatz – egal wie das Topspiel am Montagabend ausgehen wird – hat die Mannschaft den Aufstieg, wenn auch über die beiden Entscheidungsspiele, weiterhin selbst in der Hand. Gründe für die beiden Niederlagen zuletzt, sind wohl auch in der Unerfahrenheit der jungen FCK-Truppe zu finden. Auch Kuntz erkennt: „Wir können uns ja nicht immer feiern lassen, dass wir die jüngste Mannschaft haben. Es war klar, und das wussten wir auch, dass irgendwann Drucksituationen kommen werden und die haben wir nun heute erlebt.‟ Der ehemalige Stürmer glaubt aber an eine Lernreaktion seines Teams und die richtige Antwort in den abschließenden beiden Saisonspielen.
Zwei Endspiele vor der Brust
Verloren ist natürlich noch nichts auf dem Betzenberg, aber die erste Niederlagenserie der laufenden Saison weckt Unruhe in der Pfalz und die Angst eventuell nach der verpassten Relegation 2013 und dem vierten Platz im letzten Jahr erneut mit leeren Händen dazustehen. Mit zwei Siegen aus den letzten beiden Partien in Aue und gegen Ingolstadt ist jedoch Minimum der Relegationsplatz sicher und bei den zuletzt ebenfalls nicht konstanten Ergebnissen der Kontrahenten aus Darmstadt und Karlsruhe bleibt auch der zweite Tabellenplatz weiter absolut erreichbar. Zunächst bleibt ohnehin abzuwarten welcher der beiden Mitstreiter sich am Montagabend im direkten Duell den Aufstiegsplatz sichert und wie groß entsprechend der Rückstand der Roten Teufel sein wird. Spannend bleibt es allemal und wenn die junge FCK-Truppe wirklich ihre Lektion gelernt hat, dürfen die zahlreichen Zuschauer vielleicht im nächsten Heimspiel wieder feiern.