Heidenheim kassiert vierte Niederlage in Folge

Heidenheims Pokalhelden wurden am Samstag auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Unter der Woche wurde noch gegen den Drittligisten Erzgebirge Aue der Einzug ins DFB-Pokalviertelfinale gefeiert und nur wenige Tage später musste man im letzten Pflichtspiel des Jahres vor 14.800 Zuschauern eine 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg hinnehmen. Für die formstarken Franken waren Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf und Hanno Behrens erfolgreich.

Burgstaller schaltet am schnellsten

Vom Pokaltriumph beflügelt übten die Hausherren vom Anpfiff weg Druck auf die Gäste aus.  Im gewohnten 4-4-2 agierten die Heidenheimer aus einer ebenso gewohnten Defensive, die kurz vor dem Anpfiff noch einmal notgedrungen umgestellt werden musste. Timo Beermann verletzte sich beim Aufwärmen und so rückte Norman Theuerkauf in die Innenverteidigung. Trotz der sehr improvisierten Defensivreihe stand diese sehr sicher und hatte die Nürnberger Offensive stets im Griff. Nach der Feldüberlegenheit ergaben sich auch die ersten Chancen für den 1. FCH. Marc Schnatteres Volley verfehlte sein Ziel noch sehr deutlich. Um einiges knapper war der Kopfball von Adriano Grimaldi, der nur um wenige Zentimeter sein Ziel verfehlte. Darauf folgte die erste Chance der Franken, die symptomatisch für den gesamten Spielverlauf übertragen werden kann. Heidenheim ging an der Strafraumkante etwas zu forsch in den Zweikampf und Nürnberg erarbeitete sich so eine gute Freistoßposition. Niklas Füllkrug zirkelte den Ball ans Lattenkreuz, von wo aus der Ball zurück ins Feld sprang. Am Fünfmeterraum waren gleich drei Nürnberger hellwach und völlig blank. Burgstaller war es letztendlich, der dann zum Abschluss kam. Jan Zimmermann reagierte aus der kurzen Distanz blitzschnell und kam noch an den Ball, aber die Berührung reichte nicht aus und so trudelte der Ball langsam hinter die Linie. „Mit der ersten gute Chance ging Nürnberg dann in Führung“, befand Frank Schmidt. Auch sein Trainerkollege René Weiler stimmte ihm zu und sah, dass die Heidenheimer „in den ersten 15 Minuten spritziger und besser“ waren. Das Gegentor änderte am Spielverlauf nichts. Die Heidenheimer drängten auf den Ausgleich und zeigten teils sehr ansehnliche Kombinationen. Raphael Schäfer entschärfte einen Schuss von Schnatterer mit Mühe. Auch das Solo von Arne Feick war nicht von Erfolg gekrönt. Sein abschließender Fernschuss ging etwa einen Meter am Tor vorbei. Ganz so einseitig war die Partie zwar nicht, aber den Gästen fehlte in dieser Phase einfach die letzte Entschlossenheit im letzten Angriffsdrittel. Burgstaller und Füllkrug konterten die Heimelf aus, aber Theuerkauf konnte im letzten Moment dazwischen gehen, bevor es richtig gefährlich wurde.

Nürnberg kaltschnäuzig vor dem Tor

„Die Spielanlage ist nicht verkehrt, aber wir dürfen nicht von Beginn an zu viel wollen“, gab Schmidt seinem Team zur Halbzeit mit auf den Weg. Der Plan ging zunächst voll auf. Heidenheim agierte sehr druckvoll, ohne dabei die Defensive zu entblößen. Auch im zweiten Spielabschnitt setzte Feick einen Fernschuss neben das Tor. Aus einer deutlich besseren Position hätte Robert Leipertz zum Abschluss kommen können, dieser zögerte allerdings einen Tick zu lang und so wurde es rund acht Meter vor dem Tor zu eng und die Nürnberger konnten den Ball aus der Gefahrenzone bringen. Nicht einmal eine Minute später dann wohl die spielentscheidende Szene. Wieder war es der auffällige Feick, der über links in den Strafraum eindrang. Miso Brecko stellte sich ihm in den Weg und checkte Feick weg. Schiedsrichter Florian Meyer verzichtete auf den fälligen Elfmeterpfiff und ließ die Partie fälschlicherweise weiterlaufen. Eine halbe Minute danach, schlug der Club in Form einer wahren Topmannschaft wieder zu. Sie nutzten die Unordnung in der Heidenheimer Defensive, die scheinbar immer noch in Gedanken beim fehlenden Elfmeterpfiff waren. Ein Doppelpass zwischen Brecko und Tim Leibold entblößte die linke Defensivseite der Hausherren. Der Kapitän fand letztendlich am zweiten Pfosten den völlig freistehenden Schöpf, der dann auch die Nerven behielt und den zweiten Treffer erzielen konnte. Aber auch den zweiten psychologischen Knacks steckten die Hausherren gut weg. Nur zeigten sie sich vor dem Tor nicht so effektiv wie die Franken. Als Beispiel dient Ben Halloran, der hervorragend freigespielt wurde und aus 16 Metern frei vor Schäfer zum Abschluss kam, den Ball aber über die Querlatte legte. Dann versuchte es Halloran aus spitzem Winkel, aber scheiterte am gut reagierenden Schäfer. Als dann auch noch ein Eckball an den langen Pfosten verlängert wurde und Feick nur einen Hauch zu spät kam, um den Ball an der richtigen Seite des Pfostens über die Linie zu drücken, war eine Vorentscheidung gefallen. „Der Club hat das dann routiniert gemacht und hat auch das Selbstvertrauen, um das Spiel über die Runde zu bringen“, so Schmidt. Mit einem leichten Lächeln im Gesicht kommentierte er dann den dritten Gegentreffer. „Das Sebastian Griesbeck dann einen Black-out hat ist sehr schade, da er unglaublich viele Zweikämpfe gewonnen hat.“ Griesbeck unterlief ein fataler Fehlpass vor dem eigenen Strafraum. Behrens fing den Ball ab, setzte sich dann energisch und auch etwas glücklich gegen Theuerkauf durch und hatte dann keine Mühe frei vor Zimmermann den Endstand herzustellen. Das 0:3 spiegelt nicht die Kräfteverhältnisse der Partie, jedoch hat sich am Ende die effektivere und etwas clevere Mannschaft durchgesetzt. „Wir hatten Niederlagen, wo wir schlechter gespielt haben. Mit den Chancen, die wir hatten, sind wir nicht konsequent genug umgegangen und haben auch den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht, den diese Mannschaft aus Nürnberg dann bestraft. Daher war es auch eine verdiente Niederlage“, analysierte Schmidt die Partie sehr sachlich und sprach damit wohl das aus, was sich eine Vielzahl der Zuschauer ebenfalls dachten.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"