VfL Bochum: Moral stimmt - Konstanz fehlt
Der VfL Bochum bleibt durch das 2:2 gegen den SV Sandhausen zwar im dritten Spiel nacheinander ungeschlagen. Wirklich zufrieden war mit dieser Partie aber niemand.
Erschreckend schwache erste Halbzeit
Vor allem die ersten 45 Minuten sorgten für Sorgenfalten bei Fans und Verantwortlichen. Denn das, was die Bochumer dort im heimischen Vonovia Ruhrstadion ablieferten, war wohl das schlechteste der laufenden Saison. Mit einer sehr jungen Mannschaft, unter anderem mit Jan Gyamerah (21) und Nico Rieble (21) auf den Außenverteidigerpositionen, gingen die verletzungsgeschwächten Bochumer in die Partie gegen den SV Sandhausen. Allerdings funktionierte von Beginn an wenig. Dem VfL fehlten die Ideen im Offensivspiel und auch hinten schlichen sich immer wieder Unsicherheiten ein. Der SVS stand kompakt und lauerte auf Fehler. Das wurde nach 30 Minuten dann auch belohnt. Nachdem Russell Canouse einen Ball im Mittelfeld nicht kontrollieren konnte, landete dieser bei Lucas Höler, der plötzlich frei vor Manuel Riemann war und zum 1:0 einlochte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte Kosecki einen Kopfball an die Latte des VfL-Gehäuses, sodass es „nur“ mit 0:1 aus Bochumer Sicht in die Kabine ging.
Verbeek reagierte und brachte Timo Perthel für den glücklosen Nico Rieble, doch zunächst war es wieder der Gast aus Sandhausen, der das Heft in die Hand nahm. Tim Knipping hielt nach einem Freistoß den Kopf hin und der Ball zappelte zum 2:0 im Netz (55.). Doch der VfL kam zurück. Eine Flanke von Tom Weilandt flog per Bogenlampe in den Strafraum, Knaller im SVS-Gehäuse unterschätzte diese und Tim Hoogland sorgte per Kopf für den Anschlusstreffer (60.). Und der VfL legte nach. Nur eine Minute später leitete Mlapa auf Wurtz weiter, der sich das nicht nehmen ließ und mit seinem vierten Saisontreffer den schnellen Ausgleich erzielte (61.). Danach wurde der VfL besser, Thomas Eisfeld zielte zwei Minuten vor Spielende per Distanzschuss nur knapp über das Tor (88.). So stand am Ende ein gerechtes 2:2-Unentschieden.
Gertjan Verbeek spricht Kompliment aus
Das Spiel gegen Sandhausen zeigt wieder einmal, dass es dem VfL noch nicht gelingt, gute Leistungen über einen konstanten Zeitraum abzuliefern. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, wie sehr die Bochumer derzeit vom Verletzungspech gebeutelt sind und fast jede Woche eine neue Startelf aufgeboten werden muss. Das macht es auch nicht unbedingt leicht. konstant gut zu spielen. Wichtig wird aber die Erkenntnis sein, dass der VfL wieder einmal Moral gezeigt hat und sogar nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurückkommen konnte. Das war in den Jahren davor nicht so oft der Fall beim VfL. Dafür zollte VfL-Trainer Gertjan Verbeek seiner Mannschaft auch ein Kompliment: „Innerhalb von einer Minute konnten wir das Spiel drehen, das hat uns wieder Selbstvertrauen gegeben. Wir haben dann so gespielt, wie wir uns das eigentlich vorgenommen haben. Dafür kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen, dass sie sich nach dem 0:2 nochmal aufgerichtet hat und das Spiel gewinnen wollte.“ In der nächsten Woche geht es für den VfL zum Montagsspiel nach Kaiserslautern, wo ein Dreier nun aber wieder notwendig wäre, um den Anschluss an die oberen Plätze zu bewahren.