Aue verteilt gegen Union Geschenke und verpasst wichtige Punkte

Der FC Erzgebirge Aue verliert mit 1:3 gegen Union Berlin und belohnt sich am Ende nicht für eine engagierte Offensivleistung. Die Veilchen bleiben im unteren Tabellendrittel, während die Eisernen auf einen direkten Aufstiegsplatz springen.

Verdiente Führung und ein Abseitstor

Mit Union Berlin kam die torgefährlichste Mannschaft der Liga ins Erzgebirge. Gegen die zuletzt etwas wackelige Abwehrreihe der Veilchen bot Jens Keller ein 4-4-2 System auf, mit den zwei Sturmspitzen Quaner und Hosiner. Aue-Coach Dotchev konnte hingegen wieder auf die Stammkräfte Tiffert und Rizzuto bauen, beide standen in der Startelf. Union drängte die Auer früh in ihre Hälfte zurück, doch die Veilchen befreiten sich schnell und übernahmen ab der 10. Minute das Spielgeschehen. Aktivposten auf Auer Seite war vor allem Mario Kvesic, der Bosnier suchte stets den Abschluss und prüfte Union-Keeper Busk früh mit zwei gefährlichen Distanzschüssen. Aue kombinierte schnell und ging sehr aggressiv in die Zweikämpfe im Mittelfeld, Union brachte keinen Druck mehr auf den Ballführenden. Die verdiente Führung erzielte in der 20. Minute Kvesic, der nach toller Kombination über Calogero Rizzuto und Fabio Kaufmann frei im Strafraum abschließen konnte und flach ins untere Eck traf. Auch nach dem Treffer konnte sich Union nicht befreien, Aue spielte vor allem über den rechten Flügel der zwei Deutsch-Italiener und kam immer wieder zu Chancen. Fast aus dem Nichts glichen die Hauptstädter kurz vor der Pause aus, doch beim Freistoß stand Hosiner zuvor im Abseits, der Treffer von Kreilach hätte nicht zählen dürfen.

Aue verteilt Geschenke

Das Gegentor schockte die Auer nicht, wieder einmal bewies die Dotchev-Elf Moral und nach der Pause spielte man weiter tollen Kombinationsfußball. Die dickste Chance vergab ausgerechnet Top-Torjäger Köpke, der aus fünf Metern über das leere Tor schoss. Aue wirkte aktiver und drängte auf die erneute Führung, Union beschränkte sich auf lange Bälle, im Mittelfeld bekamen die Eisernen keinen echten Zugriff. Besonders auffällig war der gebürtige Berliner Louis Samson auf Auer Seite, der viele Zweikämpfe führte und immer wieder den Ball gut verteilte. Doch statt sich zu belohnen, fingen sich die Auer das nächste Gegentor. Neuzugang Haas im Auer Kasten vertändelte einen Rückpass an der Strafraumkante, Quaner schlug den Ball frei, den Kreilach nur noch einschieben brauchte, ein kapitaler Torwartfehler, der einen erfahrenen Keeper niemals passieren darf. Diesen Rückschlag konnte Aue nicht mehr verkraften, Union nutzte die frei gewordenen Räume und einen weiteren langen Ball lupfte Skrzybski über Haas ins Tor. Der Knockout für die Heimmannschaft. Eine bittere Niederlage, obwohl man das Spiel über weite Strecken geprägt hat, ein Punkt wäre verdient gewesen, doch am Ende waren die Eisernen effizienter und kaltschnäuziger. Trainer Pavel Dotchev sagte nach dem Spiel: "Das ist wie ein roter Faden dieses Jahr, dass wir oft gut spielen und uns trotzdem nicht belohnen.“ Enttäuschend war für den Bulgaren jedoch nur das Ergebnis, die Leistung sei ordentlich gewesen.

Trotz Niederlage viel Positives

Nach den ersten zehn Spielen wird ziemlich deutlich, dass die Veilchen spielerisch in der 2. Liga mithalten können. Um Torjäger Köpke formiert sich eine schnelle und technisch versierte Offensivabteilung, insbesondere Kvesic, Soukou und Kaufmann setzen immer wieder Akzente in der Vorwärtsbewegung. Großes Manko sind die individuellen Fehler in der Abwehr und die mangelnde Chancenverwertung, Fehler an denen Aue jedoch arbeiten kann. Schon am Freitag geht es für die Veilchen auswärts weiter, in der Allianz Arena wartet 1860 München.

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