Erzgebirge Aue: Männel-Jubiläum und Munsy-Debüt am Rhein

Der Januar bringt kein Glück, nach drei Niederlagen in der Wintervorbereitung unterlagen die Veilchen auch beim Ligaauftakt in Düsseldorf. In einer nicht hochklassigen aber chancenreichen Zweitligapartie brachten sich die Auer am Ende selbst um einen wichtigen Punkt. Auch Martin Männel und Ridge Munsy, die beide etwas zu feiern hatten, konnten die Pleite nicht verhindern.

Raman bringt Fortuna in Front

Für Martin Männel war der Ausflug an den Rhein ein ganz besonderer, der Kapitän der Lila-Weißen feierte sein 300. Ligaspiel im Auer Dress. Eine lebende Legende ist der 29-Jährige schon heute, die 400 dürfte Männel nach seiner Vertragsverlängerung zu Weihnachten aber längst im Blick haben. Neues Jahr, neue Startelf, Hannes Drews wusste schon vor dem Spiel zu überraschen und brachte mit Nicolai Rapp, Clemens Fandrich und Sebastian Hertner gleich drei neue Spieler. Nach der Testspielpleite gegen den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt monierte der Auer Chefcoach die mangelnde Einstellung seiner Schützlinge. Die fehlte in der Anfangsphase den Veilchen aber überhaupt nicht. Von Beginn an rissen die Erzgebirger das Spielgerät an sich, Düsseldorf agierte in einem 4-4-2-System sehr zurückhaltend, zog sich kompakt in die eigene Hälfte zurück. Strauß und Hertner schalteten sich auf den Flügeln ins Offensivspiel ein, doch ihre Hereingaben konnten Soukou und Köpke in den Anfangsminuten nicht im Tor unterbringen. Die Mannschaft von Hannes Drews mühte sich und spielte auf den Führungstreffer, der fiel jedoch auf der anderen Seite. Fortuna fand die Schwachstelle bei den Gästen und die Aufstiegsaspiranten kamen immer besser in die Zweikämpfe. Raman und Zimmer forcierten ab der 20. Spielminute die linke Auer Abwehrseite, auf der Cacutalua und Hertner große Schwierigkeiten hatten. Bereits die erste brandgefährliche Situation nutzten die Hausherren. Neuhaus lupfte ohne Bedrängung den Ball in den Strafraum, wo Nielsen noch scheiterte, aber Raman am schnellsten reagierte und die Kugel mit feinem Fuß über Männel ins Tor bugsierte. Der Gegentreffer zeigte Wirkung und so versuchten die Fortunen vor der Pause sogar den zweiten Treffer zu markieren. Allein Hennings hatte zwei Möglichkeiten auf dem Fuß, doch scheiterte am wachen Männel im Gästetor.

Munsy dreht fast das Spiel

Die Veilchen mussten eine Reaktion zeigen, nur einen einzigen Zähler holte man in dieser Saison nach einem Rückstand. Für diese Fälle war Helge Leonhardt auf dem Transfermarkt aktiv geworden, mit Ridge Munsy brachte Hannes Drews den einzigen Neuzugang ins Spiel. Und der Kongolese, der von den Grasshoppers aus Zürich ins Erzgebirge kam, drehte gleich voll auf. Schnell, ballsicher und mit viel Wucht, Munsy sorgte vom ersten Moment für Gefahr und wurde belohnt. In der 63. Minute schlugen die Veilchen dann endlich zu, nach einem kurzen Einwurf ließen die Düsseldorfer Soukou an der Grundlinie zu viel Zeit. Die scharfe Hereingabe klärte Bodzek unglücklich und schoss Munsy aus nächster Distanz an der Arm, von wo der Ball ins Tor flog, 1:1. Freuen konnten sich die Gäste über den Ausgleich aber nicht lange. Wieder machte man der Fortuna ein Geschenk, nach einer Ecke agierte Vorbereiter Soukou zu ungeschickt gegen Neuhaus und brachte ihn im Strafraum zu Fall, Elfmeter. Hennings trat an und versenkte sicher ins obere rechte Eck, der Aufstiegsaspirant war wieder in Front. Aue hätte auch den zweiten Gegentreffer wegstecken können, Munsy tankte sich erneut gegen drei Gegenspieler in den Strafraum, legte quer auf Köpke, doch dem versagten im entscheidenden Moment die Nerven. Erneut können die Sachsen einen wichtigen Punktgewinn nicht über die Ziellinie retten, trotz einer starken Leistung geht es mit leeren Taschen zurück ins Erzgebirge.

Das neue Erzgebirgsstadion wartet

Ob unglücklich oder nicht, mit der Niederlage im Rücken stehen die Veilchen schon am Wochenende vor der nächsten schweren Herausforderung. Am Sonntag reißen die Löwen aus Braunschweig ins Lößnitztal und weihen das nagelneue Wohnzimmer der Auer ein. Nach über zwei Jahren Bauzeit ist die neue Arena fertig und die Veilchen müssen im Duell gegen die Tabellennachbar unbedingt etwas Zählbares im Schacht behalten, will man nicht noch weiter abrutschen. In der Startelf dürften dann höchstwahrscheinlich wieder Torwartlegende Martin Männel und Newcomer Ridge Munsy stehen.

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