Erzgebirge Aue: Nullnummer im Ostduell

Müder Heimauftakt für den FC Erzgebirge Aue, die Lila-Weißen holen nach der Auftaktniederlage in Berlin gegen den 1. FC Magdeburg nur ein Unentschieden. In einer ereignisarmen Partie hatten die Hausherren das Geschehen zwar über 90 Minuten im Griff, doch wie schon in Berlin fehlte die nötige Durchschlagskraft und Präzision vor dem gegnerischen Tor.
Testroet-Debüt
Nach dem offensivschwachen Auftritt in Berlin reagierte man im Erzgebirge. Pascal Testroet vom Erzrivalen Dynamo Dresden sollte dem Auer Sturm die nötige Wucht verleihen und den abgewanderten Pascal Köpke ersetzen. Trainer Daniel Meyer brachte Testroet gleich von Beginn an und auch die wiedergenesenen Kempe und Wydra fanden sich in der Startaufstellung gegen den Aufsteiger aus Magdeburg wieder. Beide Teams waren mit einer Niederlage in die Saison gestartet und so war es wenig verwunderlich das Vorsicht das erste Gebot war. Durch die beiden massiven Abwehrreihen kam kaum ein Ball an die Stürmer. Es dauerte bis zur 17. Minute bis der FC Erzgebirge eine Lücke fand. Hochscheidt bediente nach einem Fehler der Magdeburger Bertram mustergültig, doch noch bevor der Ball im Netz zappelte, entschied Schiedsrichter Hartmann auf Abseits. Es war eine Fehlentscheidung, wie in der Wiederholung deutlich wurde. Bertram war auf gleicher Höhe, der Treffer hätte zählen müssen. Aue hatte das Spielgeschehen über die volle Distanz im Griff, doch aus dieser Überlegenheit machten die Hausherren zu wenig.
Die feine Klinge fehlt
Die Ansätze sind schon zu erkennen, die Veilchen versuchen stets schnell und weit das Mittelfeld zu überbrücken. Mit Pascal Testroet haben sie nun einen Spieler, der diese Bälle festmachen und verteilen kann. Die deutlich offensiver positionierten Außenverteidiger Rizzuto und Kempe suchten Testroet immer wieder mit Flanken im Strafraum. Seine beste Gelegenheit hatte der Neuzugang in der 33. Minute, nach einer guten Ballannahme und einem Drehschuss verfehlte der Ball sein Ziel nur knapp. Noch mangelt es an der nötigen Präzision, Mario Kvesic, der als neuer Gestalter hinter den Spitzen die tödlichen Pässe spielen sollte, erwischte keinen guten Tag. Unpräzise Pässe und leichtsinnige Ballverluste erschweren das Offensivspiel zusätzlich. Wie zu erwarten war, fehlte zwischen Testroet und Bertram im Sturm die nötige Harmonie, die sich jedoch in den nächsten Wochen einstellen sollte. So konnten die Auer nur Nadelstiche setzen, die die Magdeburger Abwehr zwar vor eine Herausforderung stellte, aber sie nicht einknicken ließ. Defensiv waren die Sachsen gegen die Elbstädter kaum gefordert, Christian Tiffert und seine Abwehrreihe hatten die Lage bis auf eine Kontersituation im ersten Durchgang im Griff. Dominic Wydra, der vor der Abwehr als Sechser aufgestellt wurde, vereitelte die meisten Angriffsbemühungen der Magdeburger bereits im Mittelfeld.
Die Hürden werden größer
Nach zwei ereignisreichen Spieltagen legt die 2. Bundesliga die erste Pause ein, der DFB-Pokal steht vor der Tür. Die Veilchen bekommen es mit einem gestandenen Bundesligaclub zu tun. Der 1. FSV Mainz 05 gastiert im Erzgebirge, es ist bereits das dritte Aufeinandertreffen der beiden Teams im Pokal. Die Sachsen konnten noch kein Duell gegen die Mainzer gewinnen. Auch wenn der Pokalwettbewerb für die Auer zweitrangig ist, für das Selbstvertrauen könnte ein Erfolg sehr wichtig sein. 2015 schlugen die Veilchen, damals noch als Drittligist, Eintracht Frankfurt und zogen in die 3. Runde ein. Es sollte der Wendepunkt in der Saison werden, Aue blieb in der Liga 15 Spiele lang ungeschlagen und stieg am Ende wieder in die 2. Bundesliga auf. Ein solches Selbstvertrauen könnten die Veilchen auch in diesem Jahr gut gebrauchen, denn mit Köln und Ingolstadt stehen gleich zwei Aufstiegsaspiranten in den nächsten Wochen auf dem Programm.