Arminia: Fehlt es doch noch an Qualität?

Der DSC Arminia Bielefeld hat das Westfalenderby beim VfL Bochum am vergangenen Freitag mit 0:1 verloren. Dabei waren die Ostwestfalen vor allem in der 2. Halbzeit teils drückend überlegen und trafen gleich zweimal Aluminium. Nach der bitteren Pleite fand insbesondere Trainer Chef Saibene wieder sehr deutliche Worte.
Seit Wochen dieselben Aussagen ohne Punkte
Für die Blauen ist eine Negativserie in der Regel nichts Neues. So erging es dem DSC auch in der letzten Saison nach dem furiosen Start mit 10 Punkten aus vier Spielen oder nach der peinlichen 2:3-Pleite in Regensburg kurz vor Weihnachten, nach der Trainer Jeff Saibene kein gutes Wort an seiner Mannschaft ließ. Auch in dieser Saison konnten aus den letzten fünf Spielen nur noch fünf Punkte geholt werden. Dabei war der DSC vom Einsatz und der Leidenschaft her in all diesen Partien das bessere Team und hatte reichlich Chancen für höhere Punktgewinne. Nur gegen den 1. FC Köln war am unter dem Strich chancenlos gewesen. Zusätzlich munierten Spieler und Trainer vor allem gegen Union Berlin, Darmstadt und den FC auch unglückliche Schiedsrichterentscheidungen oder Pech mit Torgestänge. In jedem Fall war der Frust über die derzeitige Punkteausbeute dem Übungsleiter aus Luxemburg am Freitag deutlich anzumerken. Saibene ging aber noch ein Stück weiter und stellte in der PK nach dem Spiel beinahe etwas wie eine Qualitätsfrage an seine Spieler: "Es zieht sich leider wie ein roter Faden durch die letzten Spiele: Wir kriegen Komplimente für die Art und Weise wie wir spielen, belohnen uns aber nicht mit Punkten. Das ist dann irgendwann auch kein Pech mehr, sondern hat auch etwas mit Qualität zu tun."
Führungsachse außer Form
Vor allem die große Anzahl individueller Fehler oder ausgelassener Möglichkeiten scheint derzeit das Problem. Es wirkt fast so, als würde die über Jahre bestehende Achse der Arminia im Moment neben sich stehen. Seit einigen Jahren bzw. spätestens seit der letzten Saison wurde die Mannschaft stets über die Spieler Ortega - Börner - Schütz und Klos geführt und auf dem Rasen geleitet. Derzeit kommt lediglich der Schlussmann an seine Topform heran. Kapitän Börner wirkt in der Defensive unsicher und leistet sich - auch wie gegen Bochum - gelegentlich gravierende Fehler. Mittelfeldmann Schütz ist seit längerem verletzt, sodass auch seine Standards dem Spiel der Bielefelder fehlen. Vereins-Ikone Fabian Klos wirkt ebenfalls derzeit wie ein Schatten seiner selbst. Dabei ist aber gar nicht der Willen des Teams gemeint. Dieser scheint bei ausnahmslos jedem Spieler zu erkennen, sodass Laufbereitschaft und Einsatz teilweise beeindruckend sind. Außer Frage steht aber, dass sieben 0:1-Rückstände in neun Zweitliga-Spielen in dieser Saison ein großes Problem für die Ostwestfalen sind. Die eigenen Fehler hinten sind laut Saibene teils "katastrophal", ebenso wie die Chancenverwertung im Sturm. Ob Aluminium, der gegnerische Keeper oder eigenes Unvermögen, es scheint doch sprichwörtlich Sand im Getriebe zu sein. Innenverteidiger Stephan Salger brachte es auf den Punkt: "Wir laden die Gegner teilweise ein". Zusätzlich fielen von den zwölf bisher erzielten Saisontoren, fünf in der irren Partie gegen Regensburg. Zieht man diese ab, bleiben sieben eigene Tore und elf Gegentore in acht Spielen. Eine Bilanz, die in Bielefeld niemandem gefallen dürfte und an der der Trainer dringend etwas ändern will. Die Länderspielpause kommt da vielleicht gerade zur rechten Zeit.