Erzgebirge Aue: Es gibt Tage, an denen gelingt alles

Für furiose und torreiche Fußballspiele sind die Veilchen nicht bekannt, umso überraschender war der Sieg der chronisch auswärtsschwachen Auer am Fürther Ronhof. Mit fünf Toren schossen die Lila-Weiße die Hausherren im eigenen Stadion ab. Nach vier Spielen ohne Dreier beenden die Sachsen ihre Durststrecke mit einem Befreiungsschlag und gehen als großer Gewinner aus dem 16. Spieltag hervor und bauen ihren Vorsprung auf den Tabellenkeller weiter aus.
Erste Hälfte: Krüger mit Premierentor
Viermal in Folge konnten die Auer nicht gewinnen und im Erzgebirge wurde es nicht nur wegen den äußeren Temperaturen wieder frostig. Daniel Meyer und sein Team brauchten wieder einmal einen Sieg, um vor dem Jahresabschluss Punkte einzusammeln und um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Der letzte Sieg am Ronhof liegt ganze acht Jahre zurück und so waren die Gäste nur der Außenseiter vor der Partie. Aue begann druckvoll und schaffte es erstmals in dieser Saison einen Gegner vor dem Strafraum über mehrere Minuten völlig einzuschnüren. Sechs Ecken holten die Lila-Weißen heraus, doch wieder viel kein Tor. Erst ein mageres Tor machten die Veilchen in dieser Saison nach Standards, nach einer Ecke fiel noch kein einziger Treffer. Jede Serie endet einmal, selbst ein solcher Negativlauf. Gerade als sich das Kleeblatt befreite und die Kontrolle übernahm, stachen die Auer zu. Nach einer nicht geklärten Ecke, hatte Florian Krüger plötzlich den Ball vor dem Fuß und brauchte nur noch einnetzen. 0:1, es war das erste Tor für den jungen Stürmer, der damit in allen drei seiner ersten Spiele an einem Tor beteiligt war. Einziger Wehrmutstropfen war die Verletzung von Nicolai Rapp. Der glänzend aufgelegte Abwehrmann verletzte sich am Sprunggelenk und musste bereits Mitte der ersten Halbzeit durch Fabian Kalig ersetzt werden.
Zweite Hälfte: Testroet eröffnet das Torfestival
Bereits sieben Punkte schenkte die Mannschaft von Daniel Meyer in dieser Saison nach einer Führung schon her. In Bochum brachte man die hart erkämpfte Pausenführung auch nicht über die Runden. So galt es im zweiten Durchgang nachzulegen und Aue startet früh. Wieder war es eine Ecke, die von Rizzuto kurz ausgeführt wurde und die Hochscheidt in den Strafraum flankte. Am langen Pfosten lauerte Pascal Testroet und nickte ein - 0:2. Das Tor erstickte die Fürther Hoffnungen bereits früh im Keim. Die Abwehr hielt Fürths Keita-Ruel gut in Schach und den Hausherren fiel an diesem Tag nichts ein. In der 69. Minute machte Jan Hochscheidt den Deckel dann endgültig drauf. Statt einen Freistoß von der linken Strafraumseite in die Mitte zu schlagen, versuchte es der Auer Blondschopf direkt und schweißte die Kugel sehenswert ins Dreiangel - 0:3. Den Veilchen schien all das zu gelingen, was in den letzten Wochen partout nicht gelingen wollte. Fürth fiel auseinander und die Veilchen stiegen nicht vom Gaspedal. Der eingewechselte Emmanuel Iyoha schlenzte die Kugel aus gut 20 Metern ebenfalls präzise ins Eck und erhöhte auf 0:4. Den Schlusspunkt setzte Herrmann, der bei seinem Elfmeter zwar noch an Burchert scheiterte, aber den Rebound über die Linie drückte - 0:5!
Ein Spiel für die Geschichtsbücher
Auch nach 15 Jahren in der 2. Bundesliga kann man die großen Siege an zwei Händen abzählen. Fünf Tore gelangen den Auern auf Reisen vor diesem Spiel erst dreimal und immer fingen sich die Lila-Weißen dabei ein Gegentor. Das 0:5 im Fürther Ronhof ist somit der höchste Auswärtssieg in der Auer Zweitligageschichte. Doch statt in die Geschichtsbücher dürfte Daniel Meyer vor allem auf die Tabelle geschaut haben. Da kein einziger Konkurrent gewinnen konnte, klettern die Sachsen auf Rang 12 und bauen den Vorsprung zur roten Zone auf sieben Punkte aus. Zum Abschluss der Hinrunde empfangen die Erzgebirger am kommenden Wochenende dann den Tabellennachbarn aus Darmstadt.