Warum der 1. FC Köln durchwachsen in das neue Jahr startete

Der Start für den 1. FC Köln ins neue Fußballjahr 2014 verlief doch alles andere als im Stile eines Aufstiegskandidaten. Mit zwei Unentschieden gegen Aue und Fürth und einem Sieg gegen Sandhausen, sowie einer Niederlage gegen Paderborn haben die Schützlinge von Trainer Peter Stöger bisher eine eher durchwachsene Bilanz vorzuweisen. Klar scheint definitiv zu sein, dass eine erhebliche Steigerung schon im Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus notwendig sein wird. Gegen den Tabellenletzten aus der Lausitz wäre alles andere als ein überzeugender Sieg eine Enttäuschung für den Primus der 2. Fußball-Bundesliga. Die Frage muss erlaubt sein, warum es bei den „Geißböcken“ derzeit nur mittelmäßig läuft.

Waren Testspiel-Siege gegen Champions League-Vertreter kontraproduktiv?

Vielleicht sind im Erfolg beim FC die größten Fehler gemacht worden. Die Hinrunde war für den 1. FC Köln fast ausnahmslos eine einzige Erfolgsgeschichte. Einzig die ersten drei Partien, die jeweils Unentschieden endeten und zwei Niederlagen in Folge im November gegen die Abstiegskandidaten Bochum und Ingolstadt haben gezeigt, dass auch die Kölner ein wenig verwundbar sind. Ansonsten konnte der Traditionsverein jedoch mit der besten Defensive im deutschen Profifußball glänzen. Nach 19 Partien gingen die Domstädter mit gerade einmal zehn Gegentreffern und einem acht-Punkte-Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz in die Winterpause. Besonders der prestigeträchtige und emotionale 3:2-Sieg in der letzten Partie vor der Winterpause beim rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf hat dafür sorgen können, dass der Optimismus beim FC noch stärker ausgeprägt ist. Die Lobeshymnen über diese attraktive Spielweise mit jungen Eigengewächsen wie Timo Horn, Jonas Hector und Yannick Gerhardt hat bundesweit für eine große Bewunderung sorgen können. Auch die Experten freuten sich schon über die nahende Rückkehr des ersten Bundesliga-Meisters. Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke und Kaderplaner Jörg Jakobs haben die Kölner zudem fähige Leute im Hintergrund, die akribisch und zielgerichtet arbeiten. Endlich konnte diese oft gebrauchte Floskel von einem „gefühlten Erstligisten“ auch mit Leben gefüllt werden. Die Testspielsiege gegen die beiden Champions League-Vertreter FC Schalke 04 und Austria Wien in der Wintervorbereitung haben den Eindruck vom zukünftigen Bundesligisten noch weiter verstärkt. Vielleicht war zuweilen auch zu viel Selbstbewusstsein vorhanden, um den Blick für den Realismus etwas zu trüben.

Wichtiges Ausrufezeichen von Halfar

Die Offensive ist auch im neuen Jahr nicht so abschlussstark wie erhofft. Marcel Risse steht mit acht Saisontreffern an der Spitze der FC-internen Torschützenliste. Im neuen Jahr blieb er noch gänzlich ohne jeglichen Torerfolg. Er scheint nicht mehr in die Abschlusspositionen zu kommen, sodass seine enorme Schussgewalt nicht mehr so zum Tragen kommen kann. Sturmführer Patrick Helmes hat immerhin schon einen Siegtreffer beim SV Sandhausen erzielen können. Sein Sturmpartner Anthony Ujah hingegen wählt derzeit häufig die falschen Laufwege im Gegensatz zur Hinrunde. Auch seine technischen Schwächen werden derzeit offenbart. Auch die Veränderung der Laufwege benötigt noch seine Zeit, da oft auch die falschen Zuspiele im Mittelfeld als ein Indiz der unkonzentrierten Passsicherheit gelten. Mit Daniel Halfar konnte zuletzt ein offensiver Mittelfeldspieler seine ersten beiden Saisontreffer erzielen. Sein Doppelpack innerhalb von fünf Minuten brachte nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punktgewinn in Aue. Die Defensive ist ähnlich stark wie in der Hinserie. Individuelle Fehler wie zuletzt Gerhardt und Maroh in Aue haben zu den Gegentreffern geführt. Insgesamt sollte die Offensive noch mehr Spielfreude und vor allem Torgefahr entwickeln, da Helmes und Ujah zuweilen die Bindung zum Spiel fehlt.

FOTO: Uwe Schmidt

 

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