Hecking frustriert über späten Ausgleich: "Es ist extrem enttäuschend"

Im Nordduell mit Holstein Kiel sah der HSV eigentlich schon wie der Sieger aus, als Kiels Jae-Sung Lee plötzlich doch noch zuschlug und aus drei Punkten für die Hamburger nur noch einen Zähler machte. Durch das 3:3 verpasste der HSV den Sprung auf Tabellenplatz 2 - dementsprechend ärgerte sich Cheftrainer Dieter Hecking.

Last-Minute-Schock für HSV

So richtig rund läuft es für den HSV seit dem Re-Start der zweiten Liga nicht. Nach der langen Pause starteten die Hamburger mit zwei Unentschieden gegen Fürth und Tabellenführer Bielefeld in den Saisonendspurt, dazu kam eine Niederlage gegen Konkurrent Stuttgart. Vor etwas mehr als einer Woche gab es dann einen wichtigen Sieg gegen Wiesbaden - dem nun aber wieder ein Unentschieden folgte.

Bei einem Sieg hätte man nach Punkten mit dem VfB gleichziehen können und hätte sich in der Tabelle aufgrund des Torverhältnisses sogar vorbeigeschoben. Doch Kiels Jae-Sung Lee hatte andere Pläne: Er setzte den Schlusspunkt unter eine ereignisreiche Partie, die bis zur 94. Minute bereits fünf Tore (drei für Hamburg, zwei für Kiel) gesehen hatte. Den Sieg gab es für Hamburg aber trotzdem nicht - denn Lee schockte den HSV mit seinem Last-Minute-Ausgleich (94.) und rang ihm so noch zwei Punkte ab.

Hecking: "Wieder verpasst, einen großen Schritt zu machen"

"Es ist extrem enttäuschend, dass wir wieder in der Nachspielzeit einen entscheidenden Treffer kassieren und dadurch wichtige Punkte liegenlassen", ärgerte sich Trainer Dieter über die verlorene Gelegenheit, in der Tabelle an Stuttgart vorbei zu ziehen: "Das ist uns in der Nach-Corona-Zeit nun schon zum dritten Mal passiert. Erst in Fürth, dann in Stuttgart und nun gegen Kiel." Die Enttäuschung über die erneute kalte Dusche sitze tief, so Hecking: "Das kann einmal passieren, aber dreimal in so kurzer Zeit darf sowas einfach nicht passieren. Dadurch haben wir es wieder verpasst, einen großen Schritt zu machen."

Die Mentalität seines Teams stellt den Coach teilweise vor Rätsel. Zum einen schaffte es der HSV im vorherigen Spielverlauf, die Partie zu drehen, was "sehr gut und absolut positiv sei", so Hecking. Andererseits sei man in der Schlussphase "leider zum wiederholten Male nicht in der Lage gewesen, den knappen Vorsprung zu halten und das Ergebnis über die Zeit zu bringen, obwohl die Spieler bis zum Ende sehr konzentriert waren und sich gegenseitig gepusht haben."

Es habe an der nötigen Ruhe gefehlt, worunter der Fußball des Teams gelitten habe: "Wir haben keinen Fußball mehr gespielt und im Spiel nach vorn nicht die sich bietenden Räume genutzt, sondern vorwiegend lange Bälle geschlagen. Die kamen postwendend zurück, wodurch wir in der Schlussphase unter Druck geraten sind."

Nun gelte es, das Spiel wegzustecken und weiterzumachen. Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt aktuell auch nicht: Schon am Freitag muss der HSV gegen Dynamo Dresden ran.

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