Düsseldorfer Erleichterung nach "lang ersehnten Sieg"
Da war er, der "lang ersehnte Sieg" für Fortuna Düsseldorf: Im Freitagabendspiel gegen Hansa Rostock verstand es die Elf von Daniel Thioune eine Führung über die Runden zu bringen. In den vorherigen Partien kassierte die Fortuna jeweils kurz vor Schluss einen herben Nackenschlag und ließ sich ganze drei Mal den sicher geglaubten Sieg entreißen. Doch dieses Mal nicht, was in kollektiven Glücksgefühlen mündete.
Endlich eine Führung ausgebaut
An und für sich las sich vor der Partie gegen "die Mannschaft der Stunde" aus Rostock die Bilanz von Daniel Thioune durchaus ansprechend: sieben Spiele, drei Siege, vier Unentschieden. Das machte einen Schnitt von 1,86 Punkten. Doch dies käme einer zu oberflächlichen Betrachtung gleich. So ziemlich jeder Fortuna-Fan und Verantwortliche hatte vielmehr die drei verschenkten Last-Minute-Siege der letzten Wochen im Kopf. Torschütze Shinta Appelkamp gab nach dem Spiel Einblicke in das Seelenleben: "Die Last-Minute-Gegentore haben uns wehgetan."
Doch diesmal kam es aus mehrerlei Gründen nicht so weit, wie Abwehrchef Andre Hoffmann feststellte: "Wir haben endlich eine Führung über die Runden gebracht, und nicht nur das: Wir haben es auch geschafft, sie auszubauen." Insbesondere in den Partien gegen Paderborn und den HSV fehlte das zweite Tor. Dieses gelang den Düsseldorfern durch Appelkamp nach Flanke von Gavory unmittelbar im Anschluss an eine bessere Phase der ansonst biederen Rostocker. Hansas Trainer Jens Härtel sprach im Nachgang vom "Momentum".
Körpergröße und Defensivarbeit statt Ballbesitz
Die entscheidende Frage war nun, wie Düsseldorf mit der Zwei-Tore-Führung umgehen sollte. Trainer Daniel Thioune zog die richtigen Schlüsse und wechselte in Erwartung der gefährlichen Standards des Gegners, insbesondere der langen Malone-Einwürfe, mit Oberdorf und Klarer "zusätzliche Körpergröße" ein. Der Plan "Raumkontrolle" durch starke Defensivarbeit anstatt über Ballbesitz zu erlangen ging gegen die eher kämpferisch eingestellten Norddeutschen voll auf. Mehr noch: Die Fortuna machte in der dritten Minute der Nachspielzeit den Deckel drauf, in dem sie einen weiteren Konter über den Torschützen des ersten Tores, Ao Tanaka, und final Khaled Narey erfolgreich zum 3:0 abschloss.
So kam Andre Hoffmann am Ende zur Erkenntnis, dass der Zweck an diesem Abend die Mittel heiligte: "In den letzten Wochen haben wir teilweise besseren Fußball gespielt, heute waren wir aber erfolgreicher." Und Erfolgstrainer Daniel Thioune erklärte stellvertretend: "Dieser Sieg tut uns unheimlich gut". Insofern bleibt es spannend, welchen Ansatz die Fortuna im nächste Spiel wählen wird, um die Ungeschlagen-Serie von nun acht Partien auszubauen – nächste Woche Samstag geht es nach Hannover.