"Jeder von uns weiß, was auf dem Spiel steht": St. Pauli verliert Platz drei
Der FC St. Pauli blieb auch im vierten Anlauf sieglos. Die derzeitige Dürreperiode der Hanseaten kommt zur Unzeit. Ausgerechnet gegen einen Tabellennachbarn und direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf setzte es für die Mannschaft von Trainer Timo Schultz die nächste Niederlage. Dabei blieb man gegen die Hessen alles andere als chancenlos.
Chancenwucher am Millerntor
Ganze 23 Schüsse standen bei den Hamburgern nach Schlusspfiff auf der Habenseite. 14 davon wurden innerhalb des Strafraums abgefeuert, Schwierigkeiten in die Gefahrenzone einzudringen gab es also nicht. Trotz des dicken Chancenplus reichte es für St. Pauli nicht für etwas Zählbares. Lediglich der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang. Zuvor kassierten die Hausherren "in der ersten Halbzeit unnötige Gegentore - das bestraft Darmstadt. Wir haben es in der zweiten Hälfte besser gemacht, da haben wir unsere Qualität gezeigt. Wir haben alles versucht, am Ende sollte es aber nicht sein. Darmstadt hat alles wegverteidigt", so Linksverteidiger Leart Paqarada, der fand: "Ich denke, wir können auf die Leistung trotzdem stolz sein."
Schultz sagte, seine Spieler wollten, " mehr über die Flügel agieren", was aber vor allem in der Offensive "nicht klar genug" vonstattenging. "Dementsprechend hatten wir zu viele Ballverluste drin und hinten Abstimmungsprobleme. So bekommen wir auch das erste Gegentor, aus einer Situation, die wir locker klären können. Das zweite Tor war ein absoluter Sonntagsschuss. Den beiden Gegentreffern rennen wir dann hinterher." Einen Vorwurf könne er seinen Schützlingen aber nicht machen, denn sie "haben viel Druck aufgebaut, haben uns Chancen herausgespielt und den Gegner hinten reingedrängt. Die Einwechselspieler haben unser Spiel auch noch mal belebt." Dennoch resümierte der FCSP-Coach: "Trotzdem haben wir es geschafft, bei 23 Torschüssen nur ein Tor zu schießen. So verlässt du den Platz als Verlierer."
St. Pauli hat bereits nächstes direktes Aufstiegsduell vor der Brust
Nach dem Rückschlag im Aufstiegsrennen und dem damit verbundenen Abrutschen auf Rang vier haben sich die St. Paulianer laut Schultz "definitiv noch nicht aufgegeben. Wir werden uns jetzt einmal schütteln und gegen Nürnberg versuchen, die Ausgangslage direkt wieder zu verbessern. Die verändert sich momentan von Woche zu Woche. Wir haben in den letzten Wochen einige Punkte liegenlassen und die müssen wir in den nächsten Wochen wieder reinholen."
Lukas Daschner, der gegen Darmstadt durch sein spätes Anschlusstor (81.) erstmals in dieser für ihn von einer Knieverletzung geplagten Saison direkt an einem Treffer beteiligt war, sprach: "Jeder von uns weiß, was auf dem Spiel steht. Wir müssen mehr mit der Einstellung ins Spiel gehen, dass wir nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen haben. Wir müssen unsere Punkte holen, dann werden wir sehen, was drin ist." Die nächste Chance dazu hat St. Pauli kommenden Freitag gegen den 1. FC Nürnberg, der am Sonntag durch einen Sieg gegen Sandhausen punktemäßig mit den Kiezkickern gleichziehen würde.