Vor Eröffnung gegen Heidenheim: Hansa will "raus aus der Box"

Der F.C. Hansa Rostock erwartet am Sonntagnachmittag den 1. FC Heidenheim für das erste Spiel der Saison. "Kogge"-Coach Jens Härtel befand sich auf der abschließenden Pressekonferenz zwischen "freudiger Erwartung und Skepsis". Für seine Nervosität fand er dafür ein passendes sprachliches Bild.

Gemischte Gefühle

Mit seiner gewohnt ruhigen und besonnen Art stand Jens Härtel am Freitag Rede und Antwort vor der Saisoneröffnung gegen Heidenheim. Viel ging es dabei um seine Gefühlslage. "Das Gefühl ist wie immer nach einer Vorbereitung", ließ er dabei völlig offen, welche Eindrücke er mit in das sonntägliche Spiel nehme. Ungeschlagen ging die "Kogge" durch die Vorbereitung und holte in der Generalprobe gegen den dänischen Superligisten Brøndby IF einen beachtlichen 3:1-Erfolg. Aufschluss habe dies dem Übungsleiter jedoch nicht gegeben: "So richtig wissen, wo man steht, tut niemand", gab er zu. So kam er auch zu dem Entschluss, dass seine Gefühlslage am ehesten ambig zu sehen ist. So bestehe sie aus "freudiger Erwartung und Skepsis", wie er abschließend beschrieb.

Zu der anmutenden Unsicherheit gesellte sich auch die Personalsituation. Mit Morris Schröter, John-Patrick Strauß und Pascal Breier drohen gleich drei Startelfkandidaten auszufallen. Generell stehe die beginnende Formation noch nicht. So könne man "zwei, drei Positionen noch verändern." All diese Gedanken sollen aber alsbald beiseite geschoben werden. Denn nun "wollen alle raus aus der Box – wie bei einem Pferderennen", nutze der 53-Jährige einen treffenden Vergleich. All das Erarbeitete solle möglichst schnell umgesetzt werden. "Am besten", so der Coach, "schon gegen Heidenheim."

"Keine Kluft haben"

Einen guten Start wollen auch die Rostocker Fans vermutlich sehen. 24.000 von ihnen werden zum Start erwartet. Vergangenes Jahr waren noch coronabedingte 14.500 Zuschauer zur Eröffnung gegen den KSC (1:3) erschienen. Anders als im Vorjahr soll nun auch direkt ein Sieg her. So sei es "schön, wenn man hier direkt einen Haken machen kann" und den ersten Dreier zum Start einführe. Dies sei auch im Aufstiegsjahr gegen den MSV Duisburg geglückt (3:1), erinnerte sich Härtel zurück. Dennoch verwies er auch auf den SV Darmstadt, der die ersten drei Spiele verlor, aber trotzdem "eine gute Runde" gespielt habe.

Allzu sehr auf den Gegner achten, wollte Härtel dabei nicht – wenngleich eine ausgiebige Videosichtung stattgefunden habe. "Wir wollen bei uns bleiben und unserem Stil, wie wir Fußball spielen wollen", beteuerte er. Das Ziel dabei sei es in der kommenden Spielzeit "regelmäßig zu punkten". So wolle Härtel "keine Kluft haben, wo du lange nicht punktest." Mut, dass es direkt mit Zählern losgeht, machte ihm dabei das letzte Aufeinandertreffen im Januar. Zwar sah er am 22.01. eine Nullnummer, doch sei das Spiel "richtig gut von uns" gewesen. Das Hindernis wie so häufig in der vergangenen Saison: die Chancenverwertung. "Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt", wusste auch Härtel. Mit gezielter Arbeit an diesem Punkt könnte es dann auch schnell vorbei sein mit seiner zweigeteilten Stimmung.

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