Später Knockout: HSV verliert ein "besonderes Spiel"
Alles stand beim Hamburger SV im Zeichen des Abschieds von Legende Uwe Seeler. Eine Art Happy End sollte es dennoch nicht geben. Da der Aufstiegsaspirant lange gehemmt agierte, nutzte der F.C. Hansa Rostock dies eiskalt aus und schockte den HSV spät. Entsprechend enttäuscht waren die Hamburger nach Abpfiff.
Zeichen des Gedenkens
Spezielle Sondertrikots, Schweigeminute und eine würdevolle Choreo der aktiven Fanszene: Das gesamte Spiel des HSV stand im Zeichen des Todes von Klub- und Fußballlegende Uwe Seeler. "Es waren besondere Tage, die hinter uns und allen HSVern liegen", befand auch Jonas Meffert. Es habe dabei eine Stimmung geherrscht, "die sich Uwe Seeler tausendprozentig verdient hat", betonte der Mittelfeldmann der Rothosen. Dennoch habe sich das Team mit dem Anpfiff auf das Sportliche konzentrieren müssen.
Dies gelang eher mäßig. Zwar sei das Team, so Meffert, "viel besser als in Braunschweig" in die Partie gekommen, doch außer einer Doppelchance von Sonny Kittel (38./39.) passierte offensiv auch nicht allzu viel. "Fußballerisch haben wir es heute bedeutend besser gemacht als in der letzten Woche", empfand aber auch Coach Tim Walter. Der große Unterschied jedoch? Trotz teilweise schludriger Leistung stand gegen Braunschweig am Ende ein 2:0-Erfolg, während das Nordduell gegen Rostock noch verloren gehen sollte.
"Ein Ergebnis zum Vergessen"
Denn als der HSV in der Schlussphase nochmal zu drücken anfing, fing er sich einen Lehrbuchkonter der Gäste, der im spielentscheidenden 0:1 durch Ex-Bremer Kevin Schumacher resultierte (90+4.). "Es ist sehr enttäuschend, dass wir ausgerechnet in unsere Drangphase hinein einen Konter fangen, der das Spiel entscheidet", haderte auch Moritz Heyer. Sowas dürfe dem Aufstiegsaspiranten "nicht passieren". Am Ende stand auch für Defensivpartner Sebastian Schonlau ein "Ergebnis zum Vergessen, denn wir wollten gerade an diesem Tag das erste Spiel ohne Uwe Seeler unbedingt gewinnen."
Dies gelang nicht. Allzu hart mit seinen Mannen ins Gericht gehen wollte Trainer Walter dennoch nicht. So sei das Nordduell ein "besonderes Spiel" gewesen. "Es ging wenig um Fußball, sondern darum, den großartigen Uwe Seeler zu würdigen. Hierbei spielte Fußball nicht die übergeordnete Rolle, sondern das Drumherum", ordnete der 46-Jährige das Geschehen ein. Zwar müsse sein Team "präsenter und konsequenter" werden, da die "Liga kein Selbstläufer" sei, was sich nun wieder zeigte, doch war das am Ende doch eher eine Randnotiz. Statt des zweiten Sieges gab es nun bereits am 2. Spieltag die erste Niederlage. Schlussendlich standen jedoch wichtige Erinnerungen für jeden HSVer im Vordergrund. Sportlich geht es für die Hanseaten im DFB-Pokal gegen die SpVgg Bayreuth weiter (30. Juli), ehe der 1. FC Heidenheim im Volksparkstadion gastiert (06. August).