"Überzeugung verloren": Arminia will mit Scherning den Turn-Around

Ein Wechsel auf der Trainerbank ist häufig ein Impuls, der neue Kräfte freisetzt. Ob dies auch bei Arminia Bielefeld, die erst am Donnerstag den neuen Cheftrainer Daniel Scherning am Sonntag gegen Heidenheim auch der Fall sein wird, wird sich zeigen. Überzeugt von der neuen Aufgabe zeigte sich der Neuankömmling schon einmal.

"Wie ein Nach-Hause-Kommen"

Als Daniel Scherning am Freitagnachmittag zu seiner ersten Pressekonferenz als neuer Trainer von Arminia Bielefeld durch die Katakomben ging, dürfte ihm noch einiges vertraut vorgekommen sein. So begann der heute 38-Jährige nach seiner Spielerkarriere seine weitere Laufbahn 2009 bei den Ostwestfalen als Scout, ehe er diverse Funktionen in der Jugendabteilung des letztjährigen Bundesligisten übernahm. So sei es für den neuen Chefcoach "wie ein Nach-Hause-Kommen", wusste auch Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, der neben dem ehemaligen Osnabrücker Trainer Platz nahm.

"Als der Anruf kam, war sehr schnell klar, dass ich das machen möchte", gab auch Scherning zu, der den Saisonstart noch an der Seitenlinie der Lila-Weißen erlebt hatte und dort auch nicht sonderlich sensationell mit vier Punkten nach vier Spielen in die Saison startete. Doch wurde die Lage bei seinem Ex-Klub nun durchaus brenzlig. "Wir haben angefangen, Gespräche zu führen, als wir die Überzeugung verloren haben, den Start noch korrigiert zu bekommen", schilderte Arabi, der dem scheidenden Trainer Uli Forte dennoch "für seinen Einsatz" dankte.

Quo vadis DSC?

Doch das alles scheint nun Vergangenheit. So möchte der Neue die "Herausforderung Arminia Bielefeld" annehmen. Dass Scherning auch erfahrungsmäßig nach Co-Trainer-Stationen bei der Arminia und in Paderborn und letztlich dem Chefposten in Osnabrück auch nicht ausgereift scheint, spielte für Arabi indes keine Rolle. So sei es "egal, ob es sich um einen erfahrenen oder jüngeren Trainer handelt. Wir haben uns bewusst und voller Überzeugung in dieser Situation für Daniel entschieden", versicherte er. Mit dem jüngeren Trainer gelte es nun, die "Fehlentscheidung", so Arabi, wieder geradezubiegen.

Dies sollte möglichst schon im ersten Spiel gegen Heidenheim gelingen, steht Bielefeld doch nach dem Bundesligaabstieg noch komplett punktlos da. Drei Trainingseinheiten hatte Scherning bis zum Freitagnachmittag. Viel mehr soll nicht mehr folgen. Zudem habe er "viele Einzelgespräche geführt." Beispielsweise mit Routinier Fabian Klos – "über alte Zeiten". An Selbstbewusstsein mangelte es dem Übungsleiter trotz der misslichen Lage dennoch nicht: "Wir sind Arminia Bielefeld, wollen die Ärmel hochkrempeln und in Heidenheim gewinnen". Zwar sei ihm bewusst, dass der DSC "viermal in Folge verloren" habe, doch das sei "abgehakt. Wir schauen nach vorne und wollen das besser machen." Am besten schon direkt bei der Premiere.

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