Darmstadt 98 zwischen den „K. u K.“-Spielen: Tiefenentspannt

Wenn man die Mienen der Spieler des SV Darmstadt 98 nach dem 0:0 in Kaiserslautern genauer betrachtet hat, als sie vor der prall gefüllten Fankurve standen und mit den knapp 5.000 mitgereisten Anhängern den eben ergatterten Punkt feierten, konnte man eine Prise Stolz, eine gewisse Ungläubigkeit und eine tiefe Zufriedenheit ausmachen. Wieder einmal wurde einem eigentlich favorisierten Gegner die eigene Spielweise aufgezwungen, wieder einmal stand die Abwehr felsenfest – ein Verdienst des gesamten Teams und die Basis für den Erfolg der „Lilien“ unter Trainer Dirk Schuster.
Mit der Punkteausbeute hat in Darmstadt niemand gerechnet
„Wir haben als Mannschaft gut verschoben und kaum etwas zugelassen, standen kompakt und diszipliniert“, beschreibt Flügelspieler Marcel Heller treffend die Leistung auf dem Betzenberg. Durch das 0:0 wurde der dritte Platz gehalten, der Abstand auf Position sechzehn beträgt zwölf Punkte. Genau doppelt so viele, nämlich 24, haben die „Lilien“ bislang gesammelt. Es hätten durchaus mehr sein können, „generell könnten wir unsere Nadelstiche, unsere Konter besser nutzen“, sagt Marcel Heller und schiebt augenzwinkernd hinterher „aber wir wollen uns ja nicht beschweren.“ Recht hat er, mit dieser Ausbeute hätte vor der Saison niemand gerechnet. Auch den kommenden Gegner müssen die Darmstädter jedoch wieder mit hundert Prozent Einsatz angehen, der Karlsruher SC kommt als Zweiter der Auswärtstabelle ans Darmstädter Böllenfalltor (Freitag, 18.30 Uhr) : In sieben Gastspielen gelangen den Badenern bereits vier Siege und ein Unentschieden bei zwei Niederlagen (14:8 Tore).
Calhanoglu entschied letztes Aufeinandertreffen
Die letzte Begegnung zwischen diesen beiden Teams dürften beiden Fanlagern noch in guter Erinnerung sein, denn in der Saison 2012/13 steckten die „Lilien“ noch tief im Abstiegskampf der Dritten Liga. Am vorvorletzten Spieltag kam der Aufstiegsaspirant Karlsruhe nach Südhessen und hatte bei Kaiserwetter massive Probleme mit der bereits damals von Dirk Schuster trainierten Mannschaft: Erst eine Minute vor Schluss erzielte der damalige Schlüsselspieler des KSC, Hakan Calhanoglu, mit einem perfekten Freistoß das 1:0. Typisch für den damaligen SV Darmstadt 98, am Ende stieg er sportlich ab – der Rest ist Geschichte. Und wieder einmal bleibt der Beobachter ob der Entwicklung des Vereins kopfschüttelnd zurück, die beschriebene letzte Begegnung zwischen Darmstadt und dem KSC liegt erst gut anderthalb Jahre zurück. Nun begegnen sich der Dritte und der Sechste der Zweitliga-Tabelle. Und zumindest die Hausherren werden diese Partie im Gegensatz zur letzten Begegnung tiefenentspannt angehen. Sie haben nämlich nichts zu verlieren.
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