"Ärgert mich maßlos": St. Pauli verliert in Braunschweig "eigenverschuldet"
Dass der FC St. Pauli am Samstagnachmittag trotz einer 1:0-Führung bis in die 78. Spielminute noch gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig unterlag, sorgte bei den Kiezkickern nach dem Spiel für mächtig Frust. Trainer Timo Schultz wurde in seiner Kritik an der Mannschaft ziemlich deutlich.
Späte Führung reicht nicht aus
Ein schönes Spiel sahen die 21.000 Zuschauer am Samstag im Eintracht-Stadion in Braunschweig lange Zeit wahrlich nicht, wenngleich der Gast aus St. Pauli tonangebend erschien. "Komplett im Griff" hatten die Paulianer das Spielgeschehen, befand Youngster Igor Matanović. Entsprechend folgte die Belohnung in der 68. Spielminute dank eines Traumtores von Tor-Debütanten Manolis Saliakas. Während einige aufgrund des bisherigen Spielgeschehens vermuten konnten, dass dies der Goldene Treffer hätte sein können, sahen sich getäuscht – gewaltig getäuscht.
"Nach unserer Führung sind wir für fünf Minuten passiver geworden. Das hat für Braunschweig gereicht, um auszugleichen", analysierte Eric Smith nach dem Spiel den ersten Treffer von Braunschweigs Pherai, der mit dem Schlusspfiff dann gar noch den Siegtreffer für die Eintracht nachlegen sollte (90.+4.). Während dieser Last-Minute-Treffer der Kategorie 'Zufall' zuzuordnen war, sorgte der erste Gegenschlag für mächtig Frust. "Das erste Gegentor kann man einfacher verhindern, da fehlt uns ein wenig die Reife", schimpfte auch Marcel Hartel nach dem Spiel. Ein besonderer Grund für diese Instabilität? Die frühen Verletzungen der Stützen Nemeth und Irvine. "Die frühen Wechsel haben das Spiel beeinflusst. Jackson ist unser Kapitän", bemängelte auch Smith. Zwar habe sich das Team "gut erholt", doch reichte die Reife am Ende nicht, um den Sieg nach Hause zu bringen.
"Bin es leid, zu gratulieren"
Einen externen Grund wollte Trainer Timo Schultz indes nicht finden und richtete klare Worte Richtung seiner Mannen. So sei der Übungsleiter es "leid, jedes Mal den Gastgebern zum Erfolg zu gratulieren." Sein Team habe ein " ordentliches Auswärtsspiel gemacht und bis zur 78. Minute geführt und es dann mehr oder weniger eigenverschuldet weggegeben", kritisierte er glasklar. Entsprechend müsste sich seine Mannschaft "an die eigene Nase fassen". Dass sein Team einige Basics nicht "gut genug" umgesetzt habe, ärgere ihn dabei "maßlos". Das Endergebnis war dann das siebte sieglose Spiel in Folge, das mit einem Fall auf Rang 13 bestraft wurde – nur noch zwei Punkte von der Abstiegszone entfernt.
Nun wartet am kommenden Freitag im Heimspiel am Millerntor der direkte Nachbar vom Hamburger SV, der mit deutlich mehr Stabilität durch die Spielzeit spaziert. Genau der richtige Gegner, um wieder alle Konzentration freizusetzen? Zumindest wenn es nach Abräumer Smith geht. "Das Derby ist das beste Spiel, das man nach so einer Niederlage haben kann", ist der Sechser sich sicher. So werden die Kiezkicker versuchen, "das Momentum auf unsere Seite zu holen". Dies wird auch dringend notwendig, ehe auch im Hamburger Stadtteil wie bereits andernorts Personaldiskussionen aufkeimen.