Alles, was ihr zum 22. Spieltag wissen müsst
Eine Runde noch, dann dürften alle Teams einen finalen Eindruck für die Formkurve im neuen Kalenderjahr haben. Die Rückrunden-Tabelle gibt jedenfalls weiter ein völlig neues Bild der Liga ab, weshalb sich niemand seiner Sache verfrüht sicher sein sollte. liga2-online.de gibt eine Übersicht für den 22. Spieltag.
Die Ausgangslage
Seit Ende November grüßte der FC Schalke 04 von der Tabellenspitze, nun wurden die Königsblauen abgelöst. Schmäh-Plakate gegen Clemens Tönnies, wütende Sponsoren und Unruhen in der Kabine sorgen derzeit für ein Bild, das in Gelsenkirchen an alte Zeiten erinnert. Selbst Cheftrainer Miron Muslic und Nachwuchscoach Norbert Elgert sollen sich in den Haaren liegen. Aber nicht nur im Ruhrgebiet kriselt es, denn auch die SV Elversberg sowie der 1. FC Kaiserslautern grüßen in der Rückrunde aus dem Tabellenkeller. Die Roten Teufel sind auf dem Aufstiegsrennen schon ausgestiegen, während Hertha BSC nach jedem Strohhalm greift.
Münster, Braunschweig, Nürnberg, Fürth - die Formkurve spricht derzeit auch nicht für einige Mannschaften, die noch Punkte für den Klassenerhalt sammeln müssen. Zumindest die Arbeit von Miroslav Klose fruchtet am Valznerweiher, wodurch der Weltmeister von 2014 nach längeren Verhandlung nun einen neuen Vertrag unterschrieben hat. Rückendeckung bekam dagegen zuletzt Marcel Rapp, obwohl Holstein Kiel allmählich in bedrohliche Gewässer steuert. Und was macht eigentlich Markus Anfang? Der oft kritisierte Coach klettert mit der Fortuna Stück für Stück aus der Krise, in der jetzt vor allem Alexander Ende in Münster steckt.
Fünf Spiele im Fokus:
F95 gegen SCP: Anfang gegen Ende
Die Rheinländer holten sieben Punkte aus vier Spielen seit dem Jahreswechsel. Damit hat Markus Anfang seine Punktzahl als Cheftrainer der Düsseldorfer innerhalb von vier Wochen verdoppelt und somit - entgegen der Erwartungen vieler Fans - doch noch die Trendwende geschafft. Im direkten Duell mit Preußen Münster kann die Fortuna den Vorsprung von zwei Zählern zum Abstiegs-Relegationplatz vergrößern, muss andererseits aber auch tunlichst aufpassen, dass kein Rückschlag zum falschen Zeitpunkt folgt.
Denn Alexander Ende und die Alderträger werden um jeden Punkt kämpfen. Seit sieben Spielen wartet Münster auf einen Sieg, wodurch die Mannschaft erstmals auf Platz 16 abgerutscht ist. Nach wie vor leben die Preußen von einem verhältnismäßig guten Saisonstart, denn zu Beginn sammelte Münster schon sieben Punkte in vier Partien - fast ein Drittel der Punktzahl, die das Team heute auf dem Konto hat. In der aktuellen Formtabelle sind die Adlerträger somit zurecht Letzter.
BTSV gegen SV98: Sorglose Lilien marschieren weiter
Die Formstärke ist auch in Braunschweig abhanden gekommen. Vor der Winterpause schoss sich die Eintracht eindrucksvoll aus dem Tabellenkeller, doch seitdem bleibt die Lage äußerst durchwachsen. Ein Sieg gegen Karlsruhe (1:0) dämpfte die Sorgen ab, doch für den Klassenerhalt wird der BTSV logischerweise mehr brauchen. Kapitän Sven Köhler hat sich derweil verabschiedet und wechselte, wie es die Gerüchte zuvor besagt hatten, in die Schweiz. Etwa 300.000 Euro brachte das in die Kassen, was manchen Fan vielleicht besänftigt.
In Darmstadt muss wiederum kein Zuschauer um eine gute Stimmung fürchten. Zwei Siege, zwei Unentschieden - die Lilien starteten zwar nicht perfekt ins neue Jahr, aber die Ausbeute reichte zur Eroberung der Tabellenspitze aus. Die letzte Niederlage erlitt die Mannschaft von Florian Kohfeldt im Oktober, was bereits elf Spiele in Folge ohne Pleite bedeutet. Besonders gut gefiel daher auch der letzte Sieg gegen Kaiserslautern, denn beim 4:0 gegen die Roten Teufel brauchte Darmstadt nicht einmal seinen Top-Torjäger. Die Zuversicht ist groß.
SGD gegen SVE: Duell der Gegensätze in Dresden
Auf zwei Siege folgten zwei Unentschieden. Dadurch haben sich die Sachsen zwar vom letzten Tabellenplatz befreit, aber der Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze kann für die Mannschaft von Thomas Stamm nur der Anfang gewesen sein. "Einzelschicksale", so betonte Kapitän Stefan Kutschke, können in der aktuellen Lage daher keine Rolle spielen. Schon mit der Partie gegen Elversberg möchte die SGD den nächsten Schritt machen. Und einem kriselnden Spitzenteam konnte Dynamo bereits standhalten.
Das Verfolgerduell mit Hertha BSC ging in die Hose. Elversberg genießt in der Liga längst keine Außenseiterrolle mehr, was ein bisschen die Leichtigkeit aus dem Spiel der Saarländer herausgenommen hat. Das Fehlen von Top-Torjäger Younes Ebnoutalib scheint jedenfalls nicht entscheidend zu sein, denn mit sechs Toren in vier Partien zeigte sich die SVE weiter angriffslustig. Allerdings kassierte Elversberg schon acht Gegentore - die zweitmeisten Gegentreffer nach Kaiserslautern (zehn Stück).
KSV gegen S04: Misere beenden, Krise verhindern?
Holstein Kiel steckt in der Misere. "Der Trainer ist die ärmste Sau", sagte Sportchef Olaf Rebbe unter der Woche - und schob die Verantwortung damit an die Mannschaft weiter, denn Erfolgscoach Marcel Rapp steht an der Förde nicht zur Debatte. Weil die Störche nur noch zwei Punkte vor Platz 16 rangieren, ist der Druck zugleich größer geworden. Fehlende Konstanz im gesamten Saisonverlauf entwickelt sich nun zum Bumerang, weshalb Kiel schnell eine Lösung für die Negativserie braucht, um aus der Misere keine Krise werden zu lassen.
Ein Umstand, der auch Schalke guttun würde. Seit fünf Partien warten die Königsblauen auf einen Sieg, obwohl Sturm-Routinier Edin Dzeko mit drei Toren in drei Zweitliga-Partien voll eingeschlagen ist. Seine Auswechslung in der letzten Partie wurde jedoch heftig kritisiert, weil Schalke danach den Faden verlor. In Summe mit sämtlichen Nebengeräuschen im Umfeld gibt Schalke derzeit wieder das Bild ab, das viele Beobachter vor der Saison befürchtet hatten. Die Euphorie wird besonders abseits des Rasens zunichte gemacht.
VfL gegen SCP07: NRW-Duell wird zum Topspiel
Bochum ist in diesem Kalenderjahr noch ungeschlagen, doch so richtig kommt der VfL nicht vom Fleck. Ein Sieg steht drei Unentschieden gegenüber, wodurch sich die Mannschaft von Uwe Rösler zumindest im gesicherten Mittelfeld festspielt. Trotzdem geht der Blick weiter nach unten, weil nur fünf Punkte den Revierklub vom Abstiegs-Relegationsplatz trennen. Mit der bisherigen Bilanz des neuen Coaches hat der VfL zwar nicht viel zu befürchten, doch dafür muss die Quote auch aufrecht erhalten werden. Die Serie von acht Spielen in Folge ohne Niederlage soll nicht reißen.
Zwei Siege, zwei Niederlagen - das ist wiederum die Bilanz der Paderborner, die sich aktuell zwischen Licht und Schatten bewegen. Nach den beiden Erfolgen gegen Münster (2:1) und Düsseldorf (2:1) kletterten die Ostwestfalen auf Platz 3, doch den gilt es mit einem weiteren Erfolgserlebnis auch zu verteidigen. Das war den Paderbornern zuletzt nicht gelungen, was allerdings nicht bedeutet, dass die Ostwestfalen das nicht könnten. Die kommenden Duelle gegen Bochum, Hertha und Lautern können aufzeigen, was für Paderborn in dieser Saison drin sein wird.