Arminia: Abstiegskrimi auf der Alm

Der DSC Arminia Bielefeld erwartet am Sonntag den FC St. Pauli zum Heimspiel in der SchücoArena. Im direkten Duell zweiter akut abstiegsbedrohter Vereine gehen die lange abgeschlagenen Hamburger sogar als Favorit in die Partie. Der DSC muss sich nach den vielen Rückschlägen der letzten Monate auf seine Heimstärke besinnen und dringend drei Punkte in Bielefeld behalten. Eine Niederlage gegen die Kiezkicker würde schon eine klare Tendenz dahin geben, wie der Rest der Saison rund um die Leineweberstadt verlaufen würde.

Was wird aus den Fehlern?

Nach den letzten beiden Partien gegen Walldorf und Union Berlin stand mal wieder die Fehleranalyse im Blickpunkt von Trainer Jürgen Kramny: „Die Spiele sind alle im Zusammenhang zu sehen, aber das letzte ist am meisten hängen geblieben. Wir haben die Situation in dieser Woche in der Mannschaft besprochen, die Fehler analysiert und geschaut, was wir besser machen können und wo wir uns schon verbessert haben. Es wird hier aber niemand an die Wand genagelt, sondern es geht darum, die Dinge zu verarbeiten und sie dann aus einer anderen Perspektive nochmal zu besprechen." Doch auch diese Aussagen hat man vom Übungsleiter der Blauen schon häufiger gehört. Dennoch bleiben die Konzentrationsfehler in der Defensive einfach nicht aus, was vor allem Kapitän Fabian Klos zuletzt mehrfach auf die Palme brachte. Mit seiner Aussage "Was wir für Gegentore bekommen, das ist echt Wahnsinn" traf der Kapitän der Arminia den Nagel buchstäblich auf den Kopf. Rechtsverteidiger Michael Görlitz beschwört daher den Teamgeist der Mannschaft um einen Sieg zu erzwingen: „Wir sind eine Mannschaft, die ganz klar über das Team kommt. Wenn wir nicht an einem Strang ziehen, wird es schwer." Nach nur zwei Punkten auf fremden Plätzen in dieser Saison sind die Arminen zum Siegen schon beinahe verdammt.

Pauli ist Favorit

Und obwohl sie in der heimischen SchücoArena gar nicht so schlecht dastehen, werden am Sonntag dennoch die Kiezkicker aus Hamburg der Favorit der Partie sein. Das Team von Ex-Arminia-Trainer Ewald Lienen galt schon als abgeschlagener Absteiger und hatte zum Ende der Rückrunde lediglich acht Punkte auf dem Konto. Doch aus den letzten vier Spielen gegen Fürth, Stuttgart, Braunschweig und Dresden holten die Paulianer starke neun Punkte. Auch und insbesondere in der Fremde taten sich die Hamburger oftmals leichter und sorgten für viele Probleme bei den Gegnern: „Sie halten zusammen, das merkt man. Um sie zu schlagen, muss jeder Spieler ans Limit gehen. Darüber hinaus müssen wir im Vergleich zum Union-Spiel richtig was draufpacken. Wir müssen leidenschaftlich auftreten und Torgefahr ausstrahlen – das ist ganz wichtig", so Trainer Kramny über den Gegner. Für das Spiel haben die Bielefelder rund 20.000 Tickets verkauft, sodass einem stimmungsvollen Kellerduell nichts mehr im Wege steht. Personell wird sich die Mannschaft wohl wieder verändern. Börner dürfte für Salger in die Innenverteidigung zurückkehren und Brandy wird entweder auf der Sechs für Junglas oder rechts im Angriff für Voglsammer beginnen. Trotz aller Spannung vor der Partie sind zwei Dinge schon ganz klar: Abgestiegen ist der Verlierer des Spiels zwar noch nicht, aber er ist dem Abstieg einen großen Schritt näher gekommen.

 

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