Arminia Bielefeld: Mammutaufgabe in Hannover
Der DSC Arminia Bielefeld gastiert am Samstag zum Auswärtsspiel bei Hannover 96. Die Niedersachsen - ihreszeichens Tabellenzweiter der Liga - sind das zweitbeste Heimteam der Liga und treffen damit auf die äußerst auswärtsschwache Arminia aus Bielefeld. Trotz der teils fragwürdigen Leistungen der Ostwestfalen auf fremdem Platz und der mehr als brisanten Situation im Abstiegskampf werden rund 4500 Fans ihr Team in die niedersächsische Landeshauptstadt begleiten. Ein Sieg - so unwahrscheinlich er auch sein mag - könnte genau jetzt auf einmal doch in den Bereich des Möglichen rücken.
Ohne Steigerung droht ein Debakel
Doch bevor sich die Bielefelder zu große Hoffnungen auf ein erfolgreiches Spiel in Hannover machen sollten, muss die Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung zeigen. Insbesondere in den beiden letzten Spielen gegen Union Berlin und den FC St. Pauli grenzte die Performance einzelner Spieler nahe an eine Verweigerung. Kapitän Fabian Klos war darüber nach dem letzten Spiel derart sauer, dass er sogar hoffnungsbringende Floskeln vermeiden wollte und ein neues Gesicht der Mannschaft forderte. Fakt ist: An einem guten Tag der 96er und einer ähnlichen Leistung der Arminen wie in Berlin droht dem Team von Jürgen Kramny sogar ein Debakel und das kann vor dem Endspiel gegen Erzgebirge Aue und dem Pokal in der nächsten Woche wohl niemand rund um die Alm gebrauchen. Auch klar ist für die Mannschaft, dass man ohne Punkte in der Fremde die Klasse nicht halten kann und irgendwann wird der DSC auch bei den "großen" der Liga etwas mitnehmen müssen, wie beim 3:3-Spektakel im Hinspiel, bei dem die Arminia ihr bestes Saisonspiel zeigte. Für Defensivmann Brian Behrendt ist die Bedeutung der Partie im Vorfeld schon klar: "Wir müssen unsere Stärken – Herz, Wille und Leidenschaft – dafür nutzen. Diese Eigenschaften waren die letzten Spiele nicht wirklich zu sehen. Das sollte aber in unserer Situation eigentlich die Basis sein. Abstiegskampf heißt nicht umsonst so: Wir müssen kämpfen ohne Ende, um unser Ziel zu erreichen.“
Hoffnung gibt die Unberechenbarkeit
Doch auch wenn alle Buchmacher, Experten und Medien nicht recht an einen Sieg der Bielefelder in Hannover glauben, gibt es einen Anhaltspunkt zur Hoffnung. Die Anhaltspunkte dazu lauten Mainz II, Darmstadt, Ingolstadt und St. Pauli. Alle diese vier Teams aus den ersten drei Ligen Deutschlands mussten schon in ähnlich aussichtslosen Positionen gegen die Tabellenspitze aus Osnabrück, Dortmund, Leipzig und Braunschweig antreten und alle diese Mannschaften haben ihre Aufgaben überraschend erfolgreich mit einem Sieg abgeschlossen. Doch dem vorausgesetzt war eine engagierte, kämpferische und leidenschaftliche Leistung, die der DSC zuletzt vermissen lies. Von einem echten Endspiel wollte Trainer Kramny abe rnoch nichts wissen: „Es ist noch kein Endspiel, aber jede Partie hat an Bedeutung gewonnen. Im Abstiegskampf zählt jedes einzelne Ergebnis und das wird jede Woche so sein." Die Bilanz der beiden Mannschaften gegeneinander ist sogar recht ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die Gäste. Tore dürften wohl in jedem Fall garantiert sein, denn in den letzten fünf Zweitliga-Duellen der beiden fielen insgesamt 32 (!) Tore bei einer Verteilung von 17:15 für die Westfalen. Es bleibt also abzuwarten mit welchem Gesicht die Gäste in Hannover antreten werden, nicht nur von der Einstellung sondern auch von der Aufstellung her. Umstellung dürften aufgrund der letzten Leistungen wohl unumgänglich sein.