Arminia Bielefeld: Wenn das Abstiegsgespenst umgeht

Es ist zu Hause in den unteren Regionen der Tabelle und tritt vornehmlich zwischen März und Mai in Europa und auch in den drei deutschen Ligen auf. Viele Vereine wollen es schon gesehen haben und einige Mannschaften haben vor Angst den Klassenerhalt verpasst. Selbst beim rüstigen Hamburger SV ist in dieser Saison niemand vor dem größten Feind im Deutschen Fußball sicher. Auch in Ostwestfalen bei Arminia Bielefeld ist es in dieser Saison wieder zu Gast. Und wenngleich es zu unglaublichen Leistungen bewegen kann, so scheint das Abstiegsgespenst auch die Beine zu lähmen.

Aue war das Licht

Im letzten Heimspiel gegen Erzgebirge Aue haben die Arminen eindrucksvoll bewiesen, wie man sich eben jenen berühmten Geist vom Hals hält. Eine starke Leistung in Offensive und Defensive, hohe Laufbereitschaft und eine tolle Stimmung brachten den Männern von Norbert Meier drei wichtige Punkte in der Tabelle und den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld. So sprach Fabian Klos nach dem Spiel davon, dass man jetzt nachlegen wolle, um wieder nach oben zu klettern. Norbert Meier wollte den Anfang von Verbesserungen gesehen haben. Und auch die Anhänger der Blauen gingen guten Mutes nach Hause und freuten sich auf die nächsten Partien und Wochen.

Sandhausen war der Schatten

Doch schon eine Woche später ist die Ernüchterung rund um die Leineweberstadt so groß wie zuvor. Die 0:1-Auswärtsniederlage gegen den SV Sandhausen war nicht nur absolut unnötig, sondern spielerisch beinahe eine Offenbarung. Gegen die defensivstarke Heimelf gelang lediglich Kapitän Manuel Hornig in der ersten Halbzeit eine große Gelegenheit. Und als ob das Schicksal es schlecht mit den Gästen meinte, verletzte sich eben jener Hornig so schwer, dass er in dieser Saison kein Spiel mehr absolvieren wird. Der Rest der Mannschaft bot eine bemühte, im Schulzeugnis auch als mangelhaft bekannte, Leistung ohne Esprit und Durchsetzungskraft.

Was passiert gegen Cottbus?

Und so kommt es, dass der berühmte Geist der Ligazugehörigkeit am kommenden Sonntag zum Kettentanz bittet. Der Tabellenletzte aus Cottbus gastiert beim 16. auf der Alm. Einen der beiden wird es mitnehmen. Entweder die Heimelf, die bei einer Niederlage u.U. gegenüber Dresden und Energie entscheidenden Boden verlieren könnte. Oder aber wird es die Gäste aus der Lausitz treffen, die bei einer Niederlage acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hätten. Die Sachsen scheinen dabei in den letzten Wochen wieder klar im Aufwind zu sein. Für die Arminia spricht, dass man zu Hause in den letzten Wochen besser auftritt, als auswärts und vielleicht mit dem heimischen Publikum wieder punkten kann.

Die Angst ist da - und sie wächst

Die Furcht vor dem erneuten Fall in die 3. Liga ist mittlerweile wieder spürbar. Noch vor einem Jahr war die Euphorie ungebrochen. Auch heute wollen die Arminen noch alles dafür tun, auch in der kommenden Saison gegen Düsseldorf, 1860 München und Kaiserslautern spielen zu dürfen. Bei einer klaren Leistungssteigerung und an einem guten Tag kann der DSC in der Liga gegen viele mithalten und auch am Sonntag über Energie triumphieren. Bei einem Spiel wie das vom letzten Sonntag würde man wohl eher sang und klanglos verlieren. Und das alles passiert, wenn das Abstiegsgespenst wieder umgeht...

FOTO: Uwe Schmidt

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