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Arminia: Die Stimmung ist gekippt

Der DSC Arminia Bielefeld hat am Freitag Abend sein Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten MSV Duisburg mit 0:1 verloren und setzt seine Talfahrt weiter fort. In einem – phasenweise erschreckend – schwachen Zweitligaspiel reichte den feldüberlegenden Meiderichern ein effektiver Angriff in der zweiten Hälfte, um die drei Zähler mit in den Ruhrpott zu nehmen. Bei den Arminen dagegen kippte nun endgültig die Stimmung.

Pfeifkonzert nach Spielende, ratlose Spieler

Die Fans und Anhänger der Ostwestfalen sind insbesondere in den letzten zehn Jahren einiges gewohnt gewesen und hatten der Mannschaft – wohl durch die äußerst gute Vorsaison – eine Menge Kredit eingeräumt. Doch die letzten Leistungen führten nun doch zu einem Umdenken bei einem Großteil der Anhänger. Schon nach dem Remis in Ingolstadt stellten die mitgereisten Fans die eigenen Mannschaft nach dem höchst glücklichen Unentschieden zur Rede. Die Darbietung vom Freitag brachte das berühmte Fass dann zum Überlaufen. Die sonst so geduldigen Anhänger der Blauen pfiffen ihr Team beinahe ausnahmslos aus. Mittelfeldspieler Tom Schütz musste im Anschluss gegenüber der "Neuen Westfälischen" gestehen: „Es ist das gute Recht der Fans zu pfeifen. Unsere Leistung war schlecht. Auf der vereinseigenen Seite ergänzte der Routinier: "Wir haben verloren, daher gibt es jetzt gerade nichts schönzureden. Im zweiten Abschnitt war es eine schlechte Leistung von uns." Insgesamt wirkten die Spieler nach der Partie ratlos und geschockt, konnten die Partie nur schwer verarbeiten. Kapitän Julian Börner gab zu: "Als ich gerade in die Kabine geguckt habe, habe ich nur leere Gesichter gesehen. Mir fehlen ein bisschen die Worte."

Saibenes Zukunft nun ungewiss

Selbst Trainer Jeff Saibene wusste im Anschluss keine Antwort auf die Niederlage zu geben und rettete sich ein wenig in Ausflüchte: "Wir müssen einfach mal im richtigen Moment das Tor schießen und das Spiel 1:0 gewinnen. Die Niederlage tut natürlich weh und ist bitter, aber es geht weiter. Die nächste Chance ist am kommenden Freitag in Paderborn." Fakt ist nun, dass drei der letzten vier Spiele gegen Duisburg (Pokal), Ingolstadt und Duisburg (Liga) in Teilen an eine Leistungsverweigerung erinnerten. Lediglich gegen St. Pauli zeigte die Mannschaft eine ansprechende Leistung, verlor aber auch. Die Zukunft von Erfolgstrainer Jeff Saibene ist nun endgültig ungewiss geworden. Der sympathische Luxemburger hat den Arminen in den letzten 18 Monaten viel Erfolg gebracht und schien perfekt zum Verein zu passen. Auch deshalb sind die Forderungen nach seinem Amtsende, trotz sieben Niederlagen aus acht Spielen, vergleichsweise moderat.

Nur die Konkurrenz sorgt für Hoffnung

Dennoch muss sich beim DSC dringend und schnell etwas ändern. Das Selbstvertrauen der Spieler ist – wie sie auch selbst zugeben – nicht mehr vorhanden, was sich in kapitalen Fehlern im Spiel, ängstlichem Verhalten und Zusammenbrechen bei Rückschlägen äußert. Seit der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln scheint es im Team einen Knacks gegeben zu haben, denn das Personal auf dem Rasen ist – mit Ausnahme vom abgewanderten Konstantin Kerschbaumer – dasselbe aus der Vorsaison. Auch der Saisonstart versprach mit 12 Punkten aus sieben Spielen sehr ordentlich zu werden. Zwei Monate später schwebt die Angst vor dem erneuten Abstieg mehr als deutlicher über der Alm. Nur den ebenfalls schwachen Konkurrenten aus Ingolstadt, Magdeburg, Sandhausen und Aue ist es zu verdanken, dass die Arminia noch über dem berühmten Strich nach unten steht. Das anstehende Lokalduell gegen den SC Paderborn am kommenden Freitag wird aber – ob man es bei den Bielefeldern zugeben möchte oder nicht – zum Entscheidungsspiel für die Mannschaft und für den Trainer. Eine weitere unterirdische Leistung wie vom Freitag und Saibene dürfte kaum noch zu halten sein.