Arminia siegt im Schlussphasenkrimi
Der DSC Arminia Bielefeld hat am Sonntag Mittag das Westfalenderby gegen den VfL Bochum mit 1:0 gewonnen. Dabei gerieten die Arminen erneut in eine dramatische Schlussphase, in der ausgerechnet der viel gescholtene Wolfgang Hesl den Sieg der Heimelf festhielt. Der VfL war in den ersten zehn und den letzten fünf Minuten das klar überlegene Team, übergab während der restlichen Spielzeit aber das Heft an den DSC, der den Heimsieg über am Ende auch verdient hatte. Mit dem dritten Heimsieg in Serie klettern die Blauen auf den 15. Platz der Tabelle.
Voglsammer eiskalt
Die ersten zehn Minuten des Spiels wurde die Arminia beinahe überrannt. Kaum waren zehn Minuten gespielt, da hatte der VfL 5:0 Ecken, zwei gute Torchancen und ein klares Übergewicht im Spiel. Die Bielefelder kamen erst nach einer Viertelstunde aus der eigenen Hälfte, dafür aber richtig. Eine Hartherz-Flanke drückte Voglsammer in der Mitte zur schmeichelhaften Führung über die Linie. Im Anschluss daran wirkten die Gäste geschockt und kamen kaum noch in die gefährliche Zone. Arminia wusste mit durchaus ansehnlichem Positionsspiel und sehr konzentrierter Abwehrarbeit zu gefallen. Eigene Chance ergaben sich aber auch nur selten. Eine Flanke von Görlitz verpassten Klos und Voglsammer im Zentrum und einen Abschluss von Schuppan konnte Riemann parieren. Auch Trainer Jürgen Kramny wusste um das Glück zu Beginn der Partie: "Wir sind schlecht in die Partie gestartet, standen viel zu tief und haben passiv agiert."
Hesl rettet den Sieg
Nach der Pause setzte sich das Bild fort. Nach 20 Sekunden köpfte Voglsammer aufs Tor, doch Riemann parierte den Kopfball. Bochum versuchte es immer wieder mit langen Bällen über die Außen, doch insbesondere Brian Behrendt ließ in der Innenverteidigung nichts anbringen. Das eigene Offensivspiel scheiterte bei der Arminia immer wieder am letzten Pass, der zu lang geriet oder den eigenen Kollegen im Abseits fand. Somit verstrich die Zeit und vielversprechende Kontersituationen verliefen im Sand. Erst in der 88. Minute hätten Ulm, Klos und Hemlein einen Angriff zum 2:0 abschließen können. In der Schlussphase drückte der VfL dann mit Macht auf den Ausgleich. Junglas lenkte einen Schuss noch an den Pfosten (89), Hesl parierte erst gegen Mlapa (90.) und dann nochmal gegen Hoogland (93.). Mit dem Schlusspfiff der Partie wussten die Spieler bei wem sie sich zu bedanken hatten. Der oft kritisierte Hesl hatte den Sieg festgehalten: "Klar sind die zwei Szenen am Ende schön anzuschauen, aber ich möchte mich da nicht weiter hervorheben. Das war wieder ein Sieg der Leidenschaft: Wir haben alles reingeschmissen und klar ist es am Ende noch einmal eng geworden, aber trotzdem ist es ein verdienter Sieg."
Arminia kann nicht ohne Drama
Mit dem dritten Sieg im fünften Ligaspiel seit der Trennung von Rüdiger Rehm konnten sich die Arminen auf den 15. Rang der Tabelle schieben. Dabei mussten die Anhänger der Blauen trotz des Erfolges einige Nerven lassen. Beim Pokalspiel in Dresden rettete Salger in der 93. Minute per Kopf auf der Linie. Im Anschluss gegen Sandhausen rettete Wolfgang Hesl gegen Vunguidica in der 92. Minute. In Stuttgart traf Terodde in der Nachspielzeit zum Sieg für den VfB und sieben Tage später vergaben die Heidenheimer Widemann und Finne den Ausgleich des FCH in der 88. Minute. Beim letzten Spieltag in Fürth kassierten die Bielefelder den Nackenschlag in der 92. Minute und gegen die Männer von der Castroper Straße blieb den Arminen gleich dreimal in der Nachspielzeit die Luft weg. Es scheint mal wieder so, als könnten die Arminen nicht ohne Drama und das völlig unabhängig vom Trainer und Gegner. Auf diese Serie angesprochen reagierte Mittelfeldspieler Tom Schütz mit einem Lächeln: "Da müssen wir cooler bleiben [...]. Aber wir sind glücklich und zufrieden, dass wir die Punkte hier behalten haben "