Arminia: Testroet schockt die alten Kollegen
Der DSC Arminia Bielefeld hat am Sonntag Mittag sein Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden trotz kämpferischer Leistung verdient mit 1:2 verloren. In einer von der Heimelf schwach geführten ersten Halbzeit gingen die Gäste bereits nach einer Viertelstunde in Führung. Der DSC wachte erst nach der Pause auf und wurde prompt durch den Ausgleich von Fabian Klos belohnt. In der Folge bettelten die Arminen durch viele Fehler beinahe um den erneuten Rückstand. Nach vielen vergebenen Chancen war es am Ende der Ex-Armine Pascal Testroet, der die Niederlage der Bielefelder besiegelte.
Fehler über Fehler
Bereits von Beginn an hatten die Arminen bei nasskalten Bedingungen in der SchücoArena Probleme ins Spiel zu finden. Die Gäste aus Elbflorenz präsentierten sich wacher und aktiver. Zusätzlich dazu leisteten sich die Bielefelder über die gesamte Partie hin eine hohe Zahl von Abspielfehlern sowie unnötige verlorenen Zweikämpfen. Folgerichtig brachte Kutschke die Dynamos im Anschluss an einer Ecke mit 1:0 in Führung. Dementsprechend sauer waren Kapitän Fabian Klos und Trainer Jürgen Kramny nach dem Spiel: "Die erste Halbzeit war schlecht", fand Klos deutliche Worte. Sein Trainer pflichtete ihm bei: "Die erste halbe Stunde war nicht gut, da haben wir kaum in die Zweikämpfe gefunden und hatten ein schlechtes Positionsspiel." Nach dem 0:1 zog sich Dresden etwas weiter zurück und überließ der Heimelf mehr Räume. Die wusste damit aber beinahe nichts anzufangen und kam nur nach groben Fehlern der Sachsen zu eigenen Chancen durch Klos und Ulm. Kurz vor der Pause zog die SGD Das Tempo sogar nochmal etwas an und sorgte für viel Unruhe in der Abwehr des DSC. Nach der Pause sah der Auftritt der Kramny-Elf plötzlich besser aus. Der eingewechselte Staude machte viel Betrieb auf der linken Seite und es gelang den Arminen die Gäste auch mal am eigenen Strafraum zu belagern. Folgerichtig belohnte Torjäger Fabian Klos das Engagement seiner Mannschaft in der 55. Minute mit dem 1:1. Der Einsatz und die Leidenschaft waren zurück und sorgten für ein wesentlich ausgeglicheneres Spiel nach der Pause.
Betteln um den Gegentreffer
Doch die eklatanten Fehler im Spielaufbau und der defensive blieben der Mannschaft treu. Vor allem Berko, Kutschke und Testroet hätten mehrfach das 2:1 für die Gäste erzielen müssen, nachdem sie von den Abwehrspielern der Arminia eingeladen worden waren. Das ausgerechnet der Ex-Armine Pascal Testroet nach 82. Minuten völlig frei vor dem Tor das 2:1 erzielte, ist eine weitere Geschichte des Fußballs. Obwohl der Gegentreffer spät viel und ein Remis durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre, war die Niederlage am Ende auch verdient. Dies gestanden die Spieler im Anschluss ohne Zweifel ein: "Danach haben wir Einladungen und Geschenke an Dresden verteilt, die Tore zu schießen. Eigentlich war es überraschend, dass es so lange gedauert hat, bis wir das zweite Tor kassieren. Ich fand schon, dass wir versucht haben, dagegen zu halten – auch in den Zweikämpfen. Aber versuchen reicht eben nicht. Ich gehe jetzt mit gemischten Gefühlen in die Winterpause. Wir müssen den ersten Spielen hinterherlaufen und hätten uns sehr gefreut, wenn wir über Weihnachten über dem Strich gestanden hätten – so ist es der Relegationsplatz. Aber letztendlich ist es auch scheißegal, auf welchem Tabellenplatz wir stehen: Wir müssen sowieso eine bessere Rückrunde spielen, als wir es in der Hinrunde getan haben und dann mehr Punkte sammeln", so Kapitän Klos. Ex-Dynamo Sebastian Schuppan wurde sogar noch deutlicher: "Im Endeffekt konnten wir sogar froh sein, dass wir nicht das ein oder andere Tor mehr kassiert haben. Wenn es heute mal ein Spiel war, das zu Hause nicht so gut war, musst du den Punkt mit allem sichern, was du hast. Aber vermutlich hätten wir den am Ende auch nicht verdient gehabt." Nun überwintern die Arminen also auf dem 16. Rang der Tabelle und es wird nicht nur ein unruhiges Weihnachtsfest, sondern auch ein extrem schweres Jahr 2017.