Arminia: Über dem Strich überwintern
Für den DSC Arminia Bielefeld kommt es beim Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden am Sonntag zur letzten Partie des Jahres 2016. Gegen die in dieser Saison überraschend starken Sachsen wollen die Ostwestfalen ihre starke Heimserie der letzten Wochen fortsetzen und den vierten Heimsieg in Folge einfahren. Damit würde man sich nicht nur von der Konkurrenz aus Aue absetzen und den TSV 1860 München überholen, sondern das Jahr auch auf dem 14. Platz der Zweitligatabelle und damit über dem ominösen "Strich" abschließen.
Noch einmal alle Kräfte freisetzen
Dieses Unterfangen wird aber gleich aus mehreren Gründen nicht gerade einfach. Zum Einen steckt den Arminen noch die reichlich unglückliche 2:3-Niederlage aus Braunschweig in den Hinterköpfen und zum Anderen haben die Dynamos noch eine Rechnung mit den Bielefeldern offen, da diese die SGD äußerst schmeichelhaft aus dem DFB-Pokal hatten aussteigen lassen. Auch deshalb setzt Trainer Jürgen Kramny auf jede Unterstützung in der heimischen Arena, um den offensiven Dresdnern alles entgegensetzen zu können: „Es ist ganz wichtig, dass alle, die mit Arminia zu tun haben, nochmal alles investieren und das Stadion zu einer kleinen Festung machen. Mit maximaler Investition können wir auch drei Punkte holen.“ Zwar seien die 90 Minuten erstmal vorrangig für den Übungsleiter, doch auch er stellte klar: „im Winter aus eigener Kraft über dem Strich zu stehen – das ist psychologisch ein wichtiger Punkt. Da müssen wir aber zeigen, dass wir gieriger sind als der Gegner.“ Die Gäste aus Elbflorenz hatten zuletzt die allererste kleine Schwächephase der Saison hinnehmen müssen. Aus den letzten drei Spielen holte der Aufsteiger "nur" noch zwei Punkte und in den letzten zwei Partien blieb man ohne eigenes Tor. Das lag vor allem an der Chancenverwertung von Pascal Testroet, der gegen die alten Kollegen sicherlich noch motivierter sein dürfte.
Arminia und die Sorgenschulter
Für das letzte Heimspiel des Jahres wird Kramny sein Team aber erneut umbauen müssen. Mit Manuel Prietl, Julian Börner und Christopher Nöthe fallen drei Spieler mit einer Schulterverletzung über Monate aus. Zumindest letztgenannter wird wohl für den Rückrundenstart wieder ein Thema sein, bei Börner ist dies unsicher und bei Prietl definitiv undenkbar. Trotz der Ausfälle gibt Kapitän Fabian Klos die Marschroute für die Partie klar vor: „Unsere Leistung war in den Heimspielen zuletzt gut und wir sind uns im Klaren, dass wir nicht weniger machen dürfen als in den letzten Partien – denn dann wird es nicht reichen am Sonntag.“ Er freute sich zwar auch über sein Tor zuletzt im Spiel gegen die Braunschweiger Löwen, wollte sich damit aber nicht lange aufhalten. Wichtiger sei die Leistung auf dem Rasen und die müsse stimmen: „Wenn man sieht, wo wir herkommen, wären 17 Punkte natürlich eine gute Basis. Dann müssen wir es in der Rückrunde besser machen, als es in der Vorrunde der Fall war. Aber erstmal müssen wir am Sonntag etwas leisten – wir wollen das Spiel gewinnen und nochmal richtig etwas dafür investieren. Wir sind in einer schwierigen Phase und ich habe schon vor Wochen gesagt, dass sie noch andauert, weil wir da nicht so schnell rauskommen. Es wird in der Tabelle sehr eng bleiben und das wird noch lange andauern. Bis zum Ende der Saison müssen wir um die Punkte kämpfen", so der Kapitän. Abschließend bleibt, dass der DSC auf keinen Fall auf einem direkten Abstiegsplatz überwintern wird, doch eine Weihnachtsfeier auf Rang 14 würde den meisten Arminen wohl deutlich besser bekommen und eine gute Grundlage für einen möglichen Klassenerhalt im Jahr 2017 bieten.