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Aue früh im Krisenmodus: "Müssen extrem an uns arbeiten"

© IMAGO / Hübner

Mit zwei torlosen Remis startete der FC Erzgebirge Aue in die Saison, was zumindest für eine stabile Defensive sprach. Danach folgte wieder einmal das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal, ehe nur noch ein Punkt aus den drei Spielen in der Liga geholt wurde. Inzwischen erscheinen die Veilchen nicht nur vorne harmlos, sondern auch hinten anfällig. Cheftrainer Aliaksei Shpileuski wirkt unruhig.

"Haben uns viel mehr erhofft"

Holstein Kiel erlebte einen Horrorstart in die neue Saison, der mit drei 0:3-Niederlagen infolge begann. Dasselbe Ergebnis stand am vergangenen Wochenende wieder auf der Anzeigetafel, nur hatten die Störche dieses Mal ihren Soll erfüllt. Leidtragender war dagegen der FCE, der nun vom Tabellenende grüßt. "Wir sind hierher gefahren und haben uns viel mehr erhofft", erklärte FCE-Cheftrainer Aliaksei Shpileuski in der Pressekonferenz nach der Partie. Es war nicht das erste Mal, dass der neue Coach aus dem Erzgebirge von großer Enttäuschung und fehlender Tugenden sprach. Dieses Mal kam hinzu, dass es "für die Psychologie" schwierig wurde, erneut einem Rückstand hinterherzulaufen.

Fakt ist, dass der FCE den eigenen Erwartungen hinterherläuft. Erkennbar ist zudem, dass Shpileuski schon früh unter Druck steht. Schon nach Abpfiff wirkte der Trainer auf dem Podium unruhig, wiederholte Phrasen zum Kaderumbruch. "Es war erst der 5. Spieltag", "Wir sind erst frisch zusammen", "Wir haben viele neue Spieler", so Shpileuski. Angesichts von zehn Neuzugängen im Sommer keine falsche Aussagen – und dennoch fehlen im FCE-Kader nur wenige Leistungsträger des Vorjahres. Der Abgang von Florian Krüger fällt selbstverständlich ins Gewicht, der Abschied von Pascal Testroet hingegen erscheint hausgemacht. Probleme, für die Shpileuski nicht alleine verantwortlich ist.

Training erst wieder Donnerstag

Natürlich fehlen dem Coach auch Stützen. Jan Hochscheidt oder Florian Ballas fehlten bislang verletzt. Von den Neuzugängen sammelten gleichzeitig aber auch nur vier Spieler mehr als 200 Einsatzminuten. Es ist das Gesamtkonstrukt, was derzeit beim FCE noch nicht ineinander greift – wie Shpileuski beispielhaft an der Partie in Kiel festmachen konnte: "In der ersten Halbzeit haben wir die Spielstruktur etwas verändert, weil Kiel eine unfassbar spielstarke Mannschaft ist und jegliche Drucksituationen auch spielerisch lösen wollen." Gebracht hat das allerdings nur wenig, denn die "zwei entscheidenden Situationen" des Spiel gab es ebenfalls in der ersten Hälfte.

Shpileuski bemängelte die fehlende Restverteidigung bei eigenen Standards, die zu Konter für die Gegner führen – so fiel der erste Gegentreffer. Beim zweiten Tor wurde "zu wenig Druck ausgeübt", was auch nicht zum ersten Mal der Fall war. "Es tut weh, aber es geht weiter für uns", erklärte Shpileuski, der jetzt die Länderspielpause nutzen will. "Wir müssen extrem an uns arbeiten, es gibt viel zu tun", hieß es auch gegenüber der Mannschaft. "Da müssen wir durch." Trotzdem kommt das Team erst am Donnerstag wieder zusammen, um sich dann in doppelten Trainingseinheiten vorzubereiten. Vielleicht bekommen die Veilchen bis dahin dann auch die Köpfe frei.