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Aue-Präsident Leonhardt fordert Saison-Unterbrechung

IMAGO / Eibner

Am Mittwoch lag die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 404, die Zahl der Corona-Fälle steigt immer weiter. Auch bei den Profi-Fußballern wurden zuletzt wieder mehr Erkrankungen gemeldet, weshalb Spieler und ganze Partien ausgefallen sind. Um die Lage etwas zu entspannen, fordert Helge Leonhardt, Präsident beim FC Erzgebirge Aue, eine Unterbrechung des Spielbetriebs bis Ende des Jahres.

"Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig"

"Wir brauchen bis Ende Dezember einen Fußball-Lockdown. Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig für unser Land und stellen uns vor eine Zerreißprobe. Dort wird kluges und geordnetes Handeln gefragt sein, ohne chaotische Aktionen", sagte der 63-Jährige zur "Bild". In einer so angespannten Lage, wie es aktuell in Deutschland der Fall ist, müsse der "seiner Vorbildrolle gerecht werden und den Spielbetrieb aus Gründen der Vernunft, Solidarität und Vorbildwirkung sofort ruhen lassen".

Auch im Profi-Fußball gab es zuletzt immer mehr positive Fälle, "durch Quarantäne fallen Spieler für teils wichtige Partien aus. Es kann nicht das Ziel sein, die erste Saisonhälfte um jeden Preis bis Weihnachten durchzupeitschen", meinte der Unternehmer. Während des Fußball-Lockdowns solle weiter unter 3G-Bedingungen trainiert werden können. Für den Januar schwebt Leohnhardt die Fortsetzung der Saison mit mehreren englischen Wochen geplant vor – mit Zuschauern.

"Das ist kein fairer Wettbewerb mehr"

Eine Unterbrechung der Saison scheint jedoch unrealistisch, zu voll sind die Terminkalender der Bundesliga-Klubs ohnehin, auch die TV-Verträge müssen eingehalten werden. Sollte die Saison allerdings fortgesetzt werden, befürchtet Leonhardt eine Wettbewerbsverzerrung, weil die sächsischen Klubs nur Geisterspiele austragen dürfen, in Bayern dürfen nur 25 Prozent der Plätze besetzt werden. In anderen Stadien ist dagegen eine viel höhere Auslastung möglich. "Das ist kein fairer Wettbewerb mehr und sorgt bei den Klubs, die vor leeren Rängen spielen müssen, außerdem für neue wirtschaftliche Schwierigkeiten."

Würde seine Idee umgesetzt, wäre auch der zuletzt starke Lauf der Auer (zehn Punkte aus vier Spielen) unterbrochen, das Team würde ausgebremst. "Das ist völlig zweitrangig", so Leonhardt. Da seit Montag in Sachsen ein Teil-Lockdown herrscht, der Amateursport wieder komplett ruht und es keine Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen gibt, hätten die Menschen immer weniger Verständnis dafür, "dass für den Profifußball ständig Ausnahmen gemacht werden".