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Aues Abstieg kommt: "Brauchen gar nicht mehr auf die Tabelle schauen"

© IMAGO / Picture Point

Mit einem 2:2-Remis im Derby mit Hansa Rostock konnte der FC Erzgebirge Aue den Abstieg vorerst verhindern. Doch wie so oft in dieser Spielzeit, hätte angesichts von zwei Führungen mehr für die Veilchen herausspringen können. Cheftrainer Pavel Dotchev lobte zumindest, dass die Einstellung in den letzten Spielen stimmte.

"Leider dann wieder nur ein Punkt"

Vier Punkte holte Aue aus den letzten beiden Partien – eine Ausbeute, die für die Veilchen im Endspurt nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein sein dürfte. Nur noch drei Spiele bleiben, um den Rückstand von acht Zählern auf Dresden aufzuholen. Trotz direktem Duell mit Dresden wird das knapp, wie die Spieler selbst wussten. Vor allem, weil gegen Rostock wieder Punkte verschenkt wurden. "Wir haben uns das leider wieder eingerissen", blickte Jan Hochscheidt auf das 2:2-Remis zurück, in dem Aue zweimal führte. "Das zieht sich durch die Saison, dass wir richtig gute Phasen haben und uns nicht belohnen. Das ist leider am Ende dann wieder nur ein Punkt."

So fühle sich das Unentschieden gegen den Aufsteiger wie eine Niederlage an. Mit Darmstadt (A) und Bremen (H) warten nun zwei Schwergewichte auf Aue, ehe das große Finale mit Dresden käme. "Egal, wie es läuft, wir müssen uns gebürtig aus der Saison verabschieden", fand Hochscheidt. Mit den leidenschaftlichen Auftritten zuletzt zeigten die Auer zumindest, was möglich sein kann. Trotzdem überwog die Enttäuschung, wie auch Dimitrij Nazarov deutlich machte: "Wir brauchen gar nicht mehr auf die Tabelle schauen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, das haben wir heute wieder nicht gemacht. Dann reicht es am Ende auch nicht."

Dotchev lobt die Einstellung

Ein Eigentor von Lukas Fröde (8.) und der Treffer von Nazarov (45.) brachten Aue zweimal in Führung, doch das reichte wieder nicht. Über die Saison hinweg gelangen Aue gerade einmal neun Spiele, in denen die Veilchen überhaupt in Führung gingen – und nur fünf Siege sprangen dabei heraus. Cheftrainer Pavel Dotchev ärgerte sich über das Zustandekommen dieser Statistik. "Wir haben zuhause zwei Gegentore zugelassen, ohne zu wissen, warum oder weshalb. Das erste Tor war ein individueller Fehler, der nicht passieren darf. Das zweite Tor wurde nach einem Einwurf irgendwie reingequetscht." Abgesehen davon habe Aue in den Augen des 56-Jährigen weitestgehend gut verteidigt.

"Es gab zwei, drei Szenen zum Schluss, in denen es kritisch war. Wir haben natürlich alles nach vorne geworfen. Sören Gonther als Stürmer, dazu haben wir zwei Sechser herausgenommen. Das Risiko nach vorne ging auf Kosten der Defensive", analysierte Dotchev das Spielgeschehen, zu dem er gezwungen war. Trotz aller Umstände wollte der 56-Jährige aber auch das Positive hervorheben: "Für mich war wichtig, dass wir wieder diese Einstellung sehen. Das war das zweite Spiel in Folge, in dem wir von der Einstellung eine Top-Leistung abgerufen haben. Genau das zählt für mich, deswegen haben uns auch die Fans nach dem Spiel gefeiert. Obwohl die Enttäuschung schon tief in uns steckt." Denn zumindest Kampf, Leidenschaft und Einsatz kann den Veilchen in den letzten drei Spielen niemand mehr nehmen, wenn sie dazu bereit sind.