Allofs in Sorge um F95: "Muss fast das Schlimmste befürchten"
Nach dem missglückten Debüt von Cheftrainer Alexander Ende nimmt der Absturz von Fortuna Düsseldorf dramatische Züge an. Ex-Sportvorstand Klaus Allofs räumte vor dem Endspurt eine Teilschuld für die Entwicklung ein - und teilte seine Zweifel mit, ob die Rheinländer den Klassenerhalt noch schaffen.
"Ganz schlechten Transfersommer"
Fast vier Jahre lang war Klaus Allofs als Sportvorstand für die Geschicke von Fortuna Düsseldorf verantwortlich. In dieser Zeit spielten die Rheinländer überwiegend um den Aufstieg mit. Doch in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison ging einiges schief, wie der 69-Jährige bei "Welt TV" einräumte. Düsseldorf ist am 30. Spieltag auf Platz 17 abgestürzt! Statt der Rückkehr in die Bundesliga ist die Fortuna nun der 3. Liga ganz nahe. "Ich habe von der sportlichen Seite natürlich meinen Anteil daran", erklärte Allofs diesbezüglich. Doch worin liegen die Gründe?
"Wir haben einen ganz schlechten Transfersommer gehabt", führte der ehemalige Sportvorstand an. Düsseldorf verkaufte Isak Johannesson (1. FC Köln) und Jamil Siebert (US Lecce/Italien) für Millionenbeträge. Erfahrene Kräfte wie Andre Hoffmann, Marcel Sobottka oder Nicolas Gavory erhielten keine neuen Verträge oder wechselten ablösefrei. Im Gegenzug holte Düsseldorf talentierte Spieler wie Anouar El Azzouzi oder Christian Rasmussen und verständigte sich auf eine Vielzahl von Leihgeschäften wie bei Jesper Daland, Florent Muslija, Sotiris Alexandropoulos oder Tim Breithaupt. Trotz aller individuelle Qualität wuchs bislang kein Team zusammen - vielleicht auch deshalb, weil beispielsweise der Transfer um Top-Torjäger Cedric Itten zur mehrwöchigen Hängepartie wurde.
"Situation ergeben, die bedenklich ist"
Hinzu kommt noch das hiesige Verletzungspech, denn alleine zum aktuellen Zeitpunkt verzeichnet die Fortuna gleich neun Ausfälle im Kader. Cheftrainer Daniel Thioune war der erste Verantwortliche, der gehen musste. Darauf folgte Allofs, dessen Nachfolger - Sven Mislintat - auch Sportdirektor Christian Weber vor die Tür setzte. Inzwischen ist auch Markus Anfang als Trainer gescheitert, weshalb nun Alexander Ende als dritter Coach das Ruder herumreißen soll.
Das missglückte Debüt deutete nicht auf die Wende hin. Kurios: Ex-Klub Münster und die Fortuna stehen nun gemeinsam auf den direkten Abstiegsplätzen. Ende droht quasi der Doppelabstieg. "Jetzt hat sich eine Situation ergeben, die bedenklich ist", sah derweil auch Allofs ein, dass das Kartenhaus in Düsseldorf sehr fragil geworden ist. Und angesichts von fünf Niederlagen am Stück blieben Zweifel: "Man muss fast das Schlimmste befürchten."