• Facebook
  • Twitter

Aues Dotchev-Effekt verpufft: "Es wird ein furchtbares Weihnachtsfest“

© IMAGO / Jan Huebner

Bei Erzgebirge Aue ist der „Dotchev-Effekt“ nicht nur wegen der Corona-Erkrankung des zurückgekehrten Sportchefs nach nicht einmal zwei Monaten schon wieder verpufft. Durch die bereits erneut vierte Niederlage in Folge zum Jahresabschluss mit 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg überwintern die Sachsen in größter Abstiegsnot.

"Müssen ein kleines Wunder schaffen“

"Das wird ein fürchterliches Weihnachtsfest“, sinnierte Aues Teamchef Marc Hensel in Abwesenheit des nach einer Corona-Infektion isolierten Interimscoaches und Sportchefs Teamchefs Pavel Dotchev in der Pressekonferenz „extrem enttäuscht“ mit düsteren Worten über die Situation der "Veilchen“ und legte die Dramatik schonungslos offen: "Wir müssen ein kleines Wunder schaffen und eine Aufholjagd starten. Aufgeben zählt für uns nicht, wir müssen alles daransetzen, dass wir unser 'Projekt Unsterblichkeit‘ umsetzen können.“

Leblos wirkten die Hausherren gegen den Aufstiegsanwärter immerhin auch noch nicht. Der schnelle Ausgleich durch Routinier Jan Hochscheidt (8.) nach Nürnbergs sehr früher Führung (2.) sprach zumindest für die Moral der Erzgebirgler, die danach aber bei der Gala von Nürnbergs Dreierpacker Nikola Dovedan zunehmend in die Statistenrolle gerieten.

Für Hensel war das schier unbegreiflich. "Torschüsse, Laufstrecke, Passquote und, und und: Wir sind in allen Statistiken vorne gewesen, nur nicht beim Ergebnis. Wir haben es nicht geschafft, dem Druck standzuhalten. Uns fehlt aber auch ein riesiger Erfahrungsschatz, und vielleicht ist das der Tribut, den wir mit unserer jungen Truppe bezahlen müssen“, meinte Hensel.

Die dritte Heimniederlage in Serie führte der 35-Jährige vorrangig auf die mangelnde Chancenverwertung zurück. "Wir hätten das Spiel nach der Pause klar drehen müssen. Wir haben 21 Torschüsse, aber bringen den Ball nicht über die Linie“, analysierte Hensel ein Kernproblem des drittschwächsten Angriffs im Unterhaus. Auch Torhüter Martin Männel monierte auf der Vereinshomepage die Harmlosigkeit von Aues Offensive: "Wir schießen zu wenig Tore.“

Männel will "Anfangsphase aus Köpfen kriegen“

Aus Sicht des Kapitäns muss seinem Team vor dem Wiederbeginn der Saison am 15. Januar (Samstag) bei Wintermeister FC St. Pauli unbedingt ein Reset gelingen. "Die Bilanz sieht alles andere als gut aus. Ich hoffe, dass wir die Winterpause nutzen können, um die Anfangsphase der Saison, die dem einen oder anderen noch in den Knochen steckt, endlich aus den Köpfen zu kriegen und zugleich die Ergebnisse zu vergessen und an den Stellschrauben arbeiten zu können. Es macht mir Mut, dass wir etwas Zeit haben, die Köpfe freizukriegen. Schließlich haben wir genug Qualität im Kader“, meinte Männel weiter.