Aufstieg: Darmstadt schockt die Favoriten

Immer wieder belächelt, manchmal bereits abgeschrieben und womöglich nicht ganz Ernst genommen wurde Aufsteiger Darmstadt 98 in der laufenden Saison. Die Lilien bewiesen aber Konstanz und zeigten nun in den Momenten, in denen es drauf ankam, absolute Spitzenqualität. Mit den Siegen über Kaiserslautern (3:2) und Karlsruhe (1:0) überholten sie die beiden Kontrahenten und haben nun vorm Saisonfinale den direkten Aufstieg in eigener Hand. Die Fans der Südhessen brennen jedenfalls bereits auf die Rückkehr ins Oberhaus nach 33 langen Jahren.

Unbemerkt und unbekümmert in Richtung Aufstieg

Wenn die Favoriten sich streiten, freuen sich die Lilien – könnte man sagen. Während die letztjährigen Absteiger Nürnberg und Braunschweig, die ambitionierten Leipziger oder Fortuna Düsseldorf nach und nach ihre Aufstiegsaussichten verspielten, hielt sich Darmstadt konstant oben und hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen. Eine enorme Defensivstärke sorgte für Stabilität und ließ bislang erst vier Saisonniederlagen zu. Ein weiteres Plus ist die Unbekümmertheit in der Mannschaft. Im Gegensatz zu Kaiserslautern und Karlsruhe besteht bei den Südhessen kein allzu großer Druck im Umfeld, unbedingt aufsteigen zu müssen. Es wird mit Ruhe von Spiel zu Spiel geschaut und am Ende abgerechnet. Können sie diese Linie aufrecht erhalten, dürften auch die kommenden Gegner Fürth (A) und St. Pauli (H), die ebenfalls unter enormen Druck stehen, genau in die Karten der Lilien spielen. Fakt ist, dass ein einziger Sieg genügt, um bereits den Relegationsplatz abzusichern – und das wäre bereits ein Riesenerfolg.

Scheitert Kaiserslautern an den eigenen Nerven?

Weniger erfreulich ist die Lage in Kaiserslautern, wo nach zwei mehr oder weniger unnötigen Pleiten erhebliche Unruhe herrscht. Der zweite Platz ist vorerst verloren und der Aufstieg somit nicht länger in eigener Hand. Die Pfälzer sind bei Erzgebirge Aue (So. 15:30) zum Siegen verdammt und stehen unter erheblichen Druck – und genau da könnte das Problem liegen. Die Roten Teufel hatten in der Vergangenheit meistens dann Probleme, wenn das junge Team Drucksituationen ausgesetzt war und verpasste so auch viele Gelegenheiten bereits früher in der Saison Abstand nach hinten aufzubauen. Nun steht dem jüngsten Team der Liga also eine Reifeprüfung bevor, deren Gewinn der Aufstieg sein könnte. Sollte dieser nicht gelingen, drohen triste Monate am Betzenberg und einige Abgänge junger Talente, wie etwa Willy Orban oder Dominique Heintz, ließen sich womöglich nicht verhindern.

Karlsruhe in der ungeliebten Verfolgerrolle

Ähnliche Symptome zeigt der Karlsruher SC. Unbesiegt marschierten die Badener durch die Rückserie ohne jedoch entscheidende Schritte gehen zu können. Und als sich zuletzt die Gelegenheit bot die Aufstiegsplätze zu erobern, verloren sie ihr Konzept und gingen zweimal als Verlierer vom Platz. Klar war im Topspiel gegen Darmstadt, etwa beim Lattenkopfball von Daniel Gordon, auch Pech dabei, aber unterm Strich fehlte dem KSC auch die zündende Idee und die Unbekümmertheit in der Offensive. Nun steht dem Team von Trainer Markus Kauczinski ein Endspiel in Braunschweig und die Rolle als Verfolger bevor. Selbst mit zwei Siegen könnte am Ende nur der undankbare vierte Platz für den ehemaligen Erstligisten übrig bleiben. Nachlassen wird das Team jedoch sicher nicht, da zumindest der Relegationsplatz bei der aktuell ähnlichen Situation des 1.FCK weiterhin realistisch bleibt. Außerdem wird Braunschweig im direkten Aufeinandertreffen gewinnen müssen, um die eigenen theoretischen Chancen am Leben zu halten. Somit wird den Badener das Offensivspiel womöglich etwas leichter fallen als es zuletzt gegen Darmstadt der Fall war.

Tabelle nach dem 32. Spieltag:

1. FC Ingolstadt 50:30 +20 60 Pkt.
2. SV Darmstadt 43:25 +18 56 Pkt.
3. Kaiserslautern 44:30 +14 54 Pkt.
4. Karlsruher SC 42:26 +16 52 Pkt.
5. Braunschweig 44:37 +7 50 Pkt.

Der 33. Spieltag im Aufstiegsrennen:
So. 17.Mai – 15:30
Eintracht Braunschweig – Karlsruher SC
Greuther Fürth – SV Darmstadt 98
FC Ingolstadt – RB Leipzig
Erzgebirge Aue – 1.FC Kaiserslautern

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