Ausschreitungen gegen Hertha: SGD erarbeitet erste Maßnahmen

In der Partie zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Infolge der Aufarbeitung der Vorfälle haben die Sachsen jetzt erste Maßnahmen erarbeitet, wie die SGD-Verantwortlichen in einem Statement mitteilen.

"Wir waren schockiert darüber"

Es waren bedenkliche Szenen, die sich am 4. April im Rudolf-Harbig-Stadion abspielten. Massive Ausschreitungen überschatteten das Zweitliga-Spiel zwischen Dresden und Hertha, woraufhin die SGD-Verantwortlichen in den letzten Tagen und Wochen persönliche Gespräche mit Vertretern der Verbände, Polizei, Sicherheitsträgern, Fanszene und Fanprojekt führten. Auch das Innenministerium und die Landeshauptstadt Dresden wurden eingebunden sowie ein Austausch mit Hertha BSC gesucht, um schnellstmöglich eine Aufarbeitung der Geschehnisse zu liefern. Nun ergreift der Verein erste Maßnahmen.

"Wir waren schockiert darüber, derartige Szenen beobachten zu müssen. Dass erstmals seit dem Stadionneubau 2009 eine solche Eskalation passieren konnte, hat alle erschüttert. Gleichzeitig konnten wir im gesamten Verein ein großes Bestreben und Engagement wahrnehmen, um bestehende Maßnahmen zur Prävention zu überprüfen und zu stärken", erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Michael Ziegenbalg in diesem Zusammenhang. "Wenn Vertrauen missbraucht und deutliche Grenzen überschritten werden, sind wir als Verein in der Verantwortung, grundsätzliche Vorgehensweisen zu ändern." Diesem Zweck diente auch die Ursachenforschung.

"Wird striktes Verfahren für Stadionverbote geben"

Auslöser für die Ausschreitungen war einen Fahnendiebstahl im Gästeblock. In der Folge überwanden Anhänger beider Lager die Absperrungen und gelangten in den Innenraum. Während Hertha-Zuschauer Pyro-Fackeln in Richtung der Dresdner Blöcke warfen, rannten Dynamo-Anhänger über das Spielfeld in Richtung Gästebereich. Dort beschossen sie die Berliner Anhänger mit Pyrotechnik, ehe die Polizei eingriff und die Gruppen trennte. In der Nacht von Freitag, dem 10. April auf Samstag, den 11. April, kam es zudem noch zu einer Auseinandersetzung zwischen Dresdner und Nürnberger Anhängern. Die SGD wird Hausverbote aussprechen, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kann zudem Verfahren für Stadionverbote durchführen.

Geschäftsführer Stephan Zimmermann stellte klar: "Durch die Sichtung von Foto- und Videomaterial konnten wir zahlreiche Erkenntnisse der Abläufe gewinnen. Im nächsten Schritt sollen jetzt mit Hilfe der Polizei die entsprechenden Personen ermittelt werden, die erkennbar im Innenraum an den Auseinandersetzungen beteiligt waren. Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial – sobald Täter ermittelt werden, wird es neben der strafrechtlichen Verfolgung durch die Polizei auch ein striktes Verfahren für Stadionverbote von unserer Seite geben."

Gonther plädiert auf Sportsgeist

Außerdem prüft die SGD derzeit, inwieweit die Infrastruktur im Rudolf-Harbig-Stadion verändert werden kann, um den Gästebereich weiter zu sichern. Darüber hinaus wird das Sicherheitskonzept für Heimspiele überarbeitet. SGD-Präsident Ronny Rehn kündigte zudem noch an, dass in Einzelfällen die Mitgliedschaft gekündigt werden könnte. Sport-Geschäftsführer Sören Gonther plädierte daher auf den künftigen Sportsgeist: "Unser Stadion soll auch zukünftig ein sicherer Ort für alle sein. Den eingeschlagenen Weg, mit über 30.000 Zuschauern, die Woche für Woche für eine Gänsehautatmosphäre sorgen, werden wir uns nicht von Einzelpersonen kaputt machen lassen."

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