Beim Tabellenführer aus Köln läuft nicht alles rund
Selten zuvor war der Fußballfan von einem 0:0 so stark begeistert worden, wie bei der Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Köln. Der geneigte Beobachter unter den knapp 42.000 Zuschauern im Fritz Walter Stadion zu Kaiserslautern war doch reichlich erfreut über so viel Intensität in diesem Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga Diese Partie der beiden Aufstiegsanwärter hatte auf beiden Seiten alle Zutaten für ein gutes Fußballspiel parat: eine tolle Kulisse, packende Zweikämpfe, eine ausgereifte Taktik und vielversprechende Torchancen. Allein das „Salz in der Suppe“, sprich Tore, wurde doch schmerzlich vermisst. Man muss kein allzu großer Prophet sein, um zu wissen, dass die Gäste aus der Domstadt mit diesem Ergebnis deutlich besser leben können als die Gastgeber aus der Pfalz. So steht Köln mit 48 Punkten und damit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz unangefochten an der Tabellenspitze. Ganz anders gestaltet sich die Ausgangsposition beim FCK, wo 38 Zähler den sechsten Rang bedeuten. Ganz realistisch betrachtet sind beide Mannschaften von einer möglichen Erstligaform noch ein gehöriges Stückchen entfernt. Es muss beim derzeitigen Stand der Dinge bei beiden Traditionsvereinen noch reichlich getan werden, damit die Qualität auch für die deutsche Eliteliga ausreichen könnte.
Mehr Mut im Kölner-Offensivspiel
Köln hatte sicherlich nicht den gewaltigen Druck wie die „Roten Teufel“. Dennoch überwiegt bei kritischer Analyse dieser Partie auch ein wenig die Enttäuschung, dass vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen wäre, wenn man die Räume besser genutzt hätte. Bei mehr Mut im Offensivspiel hätte man durchaus zu vielversprechenden Abschlussaktionen kommen können. Besonders Helmes konnte seine traditionellen Abschlussqualitäten nicht wie gewohnt unter Beweis stellen. Die technische Überlegenheit hätten die Stöger-Schützlinge effektiver umsetzen müssen. Oft fehlte letztlich der entscheidende Pass und ein Hauch von Kreativität, um sich vielversprechende Torchancen herauszuarbeiten. Auch der offensive Einwechselspieler Maurice Exslager blieb ohne Wirkung. Anders hingegen Kevin McKenna, der in den letzten Minuten die Abwehr stabilisieren musste und dies auch gewohnt leidenschaftlich tat. Solche kampfstarken Spieler braucht der FC neben all seinen fußballerischen Feingeistern.
Einige Spieler mit Leistungsschwankungen
Lautern war beim Top-Spiel definitiv verunsichert und hätte bei mehr Zielstrebigkeit im Angriffsspiel von den FC-Kickern mit einem Auswärtssieg bestraft werden können. Den Geißböcken fehlt in der Rückrunde die Spielfreude und Leichtigkeit aus den letzten Partien der Rückrunde. Vielleicht ist der Druck zu gewaltig, doch schnell fällt auch auf, dass es noch weitere Baustellen gibt, die vor dem Schlussfinish noch behoben werden sollten. Ein großes Sorgenkind ist derzeit Rechtsverteidiger Miso Brecko, der als Kapitän dieser jungen Mannschaft eigentlich mit Leistung vorangehen müsste. Dies passiert jedoch nur allzu selten und so hat sich die rechte Abwehrseite des FC als echte Achillesferse erwiesen. Im Mittelfeld kann in diesem Jahr Matthias Lehmann bislang noch nicht die erhoffte Präsenz zeigen. Auch hoch veranlagte Offensivspieler wie Slawomir Peszko, Marcel Risse und Anthony Ujah agieren derzeit alles andere als glücklich. Nun wird es die Aufgabe von Coach Stöger sein, dass diese Spieler wieder ihr volles Leistungspotential ausschöpfen. Wenn am Saisonende der Bundesliga-Aufstieg tatsächlich geschafft ist, wird es zu gezielten Verstärkungen kommen müssen. Andernfalls droht der direkte Wiederabstieg.