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Bericht: VfL war "gezwungen die Reißleine zu ziehen"

Der VfL Bochum muss derzeit eine sehr unruhige Situation überstehen. Wieder einmal hinkt der Verein, der quasi jedes Jahr auf eine Chance auf den Aufstieg hofft, den eigenen Ansprüchen hinterher. Ohne Sieg nach vier Spieltagen stehen die Bochumer auf dem vorletzten Rang der Tabelle. Nach dem 3:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden begannen auch noch Querelen um Ex-Trainer Robin Dutt, der am Montag entlassen wurde.

Trainer wäre ohne Äußerungen wohl nicht entlassen worden

Im Zuge des Spiels gegen die Hessen hatte sich Dutt öffentlich selbst in Frage gestellt: „Ich werde ein Gespräch suchen, wir müssen uns grundlegend austauschen, vor allem über meine Position." Diese Aussagen führten – wie der "RevierSport" berichtet – zu großen Überraschungen im Vorstand, bei dem Dutts Person bis dato offenbar nicht zur Debatte stand. Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz äußerte sich im Montag zur Causa Dutt: „Robin hat sich öffentlich quasi selbst infrage gestellt, wir sahen uns deswegen gezwungen, die Reißleine zu ziehen, um der Mannschaft auch einen neuen Impuls zu geben.“ Schon in der Halbzeitpause des Wehen-Spiels, in der der VfL kläglich mit 0:3 zurücklag, hatte Schindzielorz offenbar die Ansprache übernommen, da Dutt zu den Spielern gesagt haben soll: „Mein Schicksal liegt in euren Händen.“ Diese Äußerungen führten unweigerlich zu unüberbrückbaren Differenzen zwischen Trainer, Mannschaft und Vorstand.

Dutt zeigt sich enttäuscht

Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer sei schon im Vorfeld nicht mehr intakt gewesen, wie der Reviersport berichtet. Torhüter Manuel Riemann habe sich verärgert gezeigt, dass der Übungsleiter das Team nicht mehr im Griff habe, schreibt die Zeitung weiter.  Der Ex-Trainer selbst meldete sich am Montag via Instagram zu Wort und zeigte sich enttäuscht über die Vorgehensweise des Vereins und dessen Entscheidung: „Am Wochenende hatte ich der Geschäftsführung und dem Präsidium in konstruktiven Gesprächen Vorschläge für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit gemacht. Die Antwort darauf blieb aber bis zur mir gegenüber nicht begründeten Freistellung heute Nachmittag aus.“ Zu einem weiteren Gespräch, zu dem das Gremium Dutt am Montag eingeladen hatte, erschien dieser nicht, da er in Stuttgart bei seiner Familie weilte. Nach 18 Monaten an der Castroper Straße ist das Engagement Dutts nun definitiv zu Ende. Vorerst leiten Co-Trainer Heiko Butscher und Oliver Bart, sowie Torwarttrainer Peter Greiber das Team. Erst in der Länderspielpause soll ein neuer Trainer vorgestellt werden. Für die Bochumer stehen also wieder einmal turbulente Zeiten an. Ein schwacher Saisonstart, ein entlassener Trainer und eine aufgebrachte Fan-Szene, die der Mannschaft nach der 1. Hälfte gegen Wiesbaden keine Unterstützung mehr geben wollte. Von Ambitionen in Richtung Bundesliga ist der VfL derzeit so weit entfernt, wie schon lange nicht mehr.