Braunschweiger Baustellen zum Saisonstart

Der Saisonstart von Eintracht Braunschweig verlief für alle Beteiligten nicht wie gewünscht. Immerhin stimmt nun die Tendenz – am vierten Spieltag wurde endlich der erste Saisonsieg eingefahren.  Wie groß die Last war, die die Eintracht nach nur einem Punkt aus den ersten drei Ligaspielen zu tragen hatte, brachte Neuzugang Adam Matuschyk auf den Punkt: „Heute sind uns einige Steine vom Herzen gefallen“, bekannte der Pole nach dem jüngsten 2:0-Sieg bei Arminia Bielefeld. Das galt wohl besonders auch für Matuschyk selbst. Der vom 1. FC Köln und mit einigen Erwartungen nach Niedersachsen gewechselte Mittelfeldakteur wusste wie die gesamte Mannschaft zuvor wenig zu überzeugen. „Aufwand und Ertrag haben bei unseren Auftritten nicht zusammengepasst“, musste Trainer Torsten Lieberknecht feststellen.

Matuschyk steigert sich

Auf der Bielefelder Alm war es der 26-jährige Matuschyk höchstpersönlich, der mit seinem Führungstreffer dafür sorgte,  dass die Unruhe bei den Niedersachsen keine übergroßen Ausmaße annahm. Denn: Wäre auch im vierten Liga-Auftritt kein Dreier herausgesprungen, hätte man zweifellos damit rechnen müssen, dass es richtig ungemütlich geworden wäre an der Hamburger Straße. In der Frühphase dieser Spielzeit zeigten sich bis dato Probleme, mit denen man beim Deutschen Meister von 1967 vor dem Saisonstart hatte rechnen müssen. Lieberknecht stand vor der Aufgabe, zahlreiche neue Spieler in sein Team zu integrieren. Die natürliche Folge: Abstimmungsprobleme in nahezu allen Mannschaftsteilen.

Noch ohne Stürmertor

In der Defensive offenbarten sich gleich zum Auftakt gegen die Überraschungsmannschaft aus Sandhausen große Unstimmigkeiten bei Standardsituationen. Am Ende stand ein 1:3 und der erste Dämpfer gleich im ersten Heimspiel. Vorne fehlte die Durchschlagskraft. In Kaiserslautern (0:0) und zu Hause gegen RB Leipzig (0:2) blieben die Blau-Gelben ohne eigenen Treffer. Die Wunschformation in der Offensive hat Lieberknecht noch nicht gefunden. Kein Stürmertor steht zu Buche. Weder Emil Berggreen noch Neuzugang Mads Hvilsom konnten bislang ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Die beiden Dänen kämpfen um den einzigen Platz im Sturmzentrum.

Dreierkette in der Abwehr

Erschwerend hinzu kam das Einstudieren eines neuen Spielsystems. In der Abwehr lässt der Coach mit einer Dreierkette spielen, die bei gegnerischen Angriffen zur Fünferkette wird. Auch das benötigt Eingewöhnungszeit. Da passte der Auftritt im Pokal bei Drittligist Hallescher FC ins bisherige Bild der Eintracht. Mit 1:0 kämpfte man sich sprichwörtlich in die zweite Runde. Von einem Klassenunterschied war in dieser Begegnung nichts zu sehen. Lieberknecht bekannte: „Wir hatten an der Situation zu knabbern, da war es wichtig, dass wir im Team die Überzeugung von unserer Spielidee und dem Potenzial der Spieler hatten.“

Den konstantesten Eindruck in den ersten fünf Pflichtspielen machte Torhüter Rafal Gikiewicz, der es schaffte, dreimal zu Null zu spielen. Vor allem beim Gastspiel am 2. Spieltag auf dem Betzenberg in Kaiserslautern als auch im Pokal beim Halleschen FC zeigte der Pole starke Partien. Wie schon in der letzten Spielzeit schenkt ihm Lieberknecht das Vertrauen, das er mit guten Auftritten zurückzahlt. Mit dem ersten Sieg im Rücken soll es nun auch mit den ersten drei Punkten vor den eigenen Fans klappen, wenn am 5. Spieltag der Karlsruher SC im Eintracht-Stadion gastiert. Dazu braucht es neben einem starken Keeper auch eine treffsichere Offensive.

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