Braunschweiger Serie reißt gegen Fürth
Im Montagabend-Topspiel kassierte Eintracht Braunschweig bereits die dritte Heimniederlage der Saison. Gegen die SpVgg Greuther Fürth hieß es nach zuletzt vier Siegen aus fünf Spielen 0:1. Das Tor des Tages erzielte Robert Zulj bereits in der 14. Minute. In einer von beiden Seiten leidenschaftlich geführten Partie, die gegen Ende hitzig wurde, sah Braunschweigs Verteidiger Saulo Decarli nach einer Tätlichkeit die Rote Karte (90.+2).
Es war das Spiel der beiden Mannschaften der Stunde. Braunschweig holte zuletzt 13 Punkte aus fünf Spielen und kassierte dabei kein einziges Gegentor. Die Gäste aus Franken gewannen vor dem Auftritt in Braunschweig drei Matches in Serie. Und sie beendeten auch die niederlagen- und gegentorfreien Zeit der Heimelf. "In der ersten Halbzeit haben wir wenig Zugriff aufs Spiel bekommen“, suchte Trainer Torsten Lieberknecht nach Schlusspfiff Erklärungen für die bereits dritte Heimniederlage in dieser Saison. Seine Mannen gaben ein ähnliches Bild ab wie schon im letzten Heimauftritt gegen St. Pauli, als sie ebenfalls erst nach der Pause richtig in die Partie fanden. Was den Hamburgern damals nicht gelang, vollbrachten nun die Fürther, als sie nach rund einer Viertelstunde mit einem hervorragend vorgetragenen Konter den Siegtreffer durch Zulj erzielten.
Erschwerend bei einer möglichen Aufholjagd kam hinzu, dass Löwen-Kapitän Marcel Correia nur fünf Minuten nach dem Gegentreffer mit muskulären Problemen vom Platz musste. Das zwang Coach Lieberknecht zu einer Systemumstellung – von Dreier- auf Viererkette. Braunschweig kam mit mehr Zug zum Tor aus der Kabine und verzeichnete vor allem durch Distanzschüssen mehrere Chancen. Die besten hatten Baffo mit einem sehenswerten Lattenkracher (60.) und Emil Berggreen (70.), der ebenfalls nur knapp verzog. "Anhand der Torchancen hätten wir das Unentschieden verdient gehabt“, befand Lieberknecht.
In der Schlussphase wurde es hektisch auf dem Platz. Es gab zahlreiche Spielunterbrechungen aufgrund von Fouls. Die Blau-Gelben versuchten noch einmal alles, um noch den Ausgleich zu erzielen, doch sie fanden kein Mittel gegen die defensiv gut aufgestellte Spielvereinigung. Als das Spiel fast schon vorbei war, verlor Saulo Decarli die Nerven und ließ sich zu einem Griff an den Hals von Fürths Jürgen Gjasula hinreißen. Das quittierte Schiedsrichter Patrick Ittrich entsprechend mit dem Platzverweis. „Klare Rote Karte“, war Lieberknechts kurzer und treffender Kommentar zur Unbeherrschtheit seines Abwehrspielers, die zwar keine Auswirkung mehr auf den Ausgang dieser Partie hatte, aber zumindest das kommende Match gegen Union Berlin beeinflusst. Je nach Schwere der Verletzung von Correia muss der 42-jährige Übungsleiter der Niedersachsen gegen die Köpenicker nun möglicherweise gleich zwei wichtige Eckpfeiler in der Defensive ersetzen.