BTSV hält die Klasse: "Sollten einige Dinge klar ansprechen"
Verloren und doch gewonnen: Nach dem Klassenerhalt trotz der 0:1-Niederlage bei Schalke 04 aufgrund der Winzigkeit eines Tores mischten sich in die verständliche Erleichterung nach der zweiten Zitterpartie binnen zwölf Monaten auch schnell nachdenkliche und kritische Töne.
"Können nicht von einer guten Saison sprechen"
"Wenn ein wenig Zeit ins Land gestrichen ist, können wir alle darauf stolz sein, dass wir es geschafft haben. Trotzdem sollten wir einige Dinge ganz klar ansprechen", fasste Torhüter und Kapitän Thorben Hoffmann in den Klubmedien das Seelenleben der „Löwen“ mit Weitblick zusammen. Den Genuss des Augenblicks mochte sich der Keeper aber auch nicht nehmen lassen: "Jetzt gilt erst einmal: Geschafft ist geschafft."
Gleichwohl deutete nicht nur Hoffmann noch vor der Heimfahrt aus Gelsenkirchen die Notwendigkeit einer kritischen Bestandsaufnahme mehr als nachdrücklich an. "Uns ist völlig klar", sagt Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel, "dass wir nicht von einer guten Saison sprechen können. Platz 15 und Zittern bis zum Saisonende waren nicht unser Ziel."
Entsprechend machte Hoffmann aus seinen Erwartungen an die Verantwortungsträger im sportlichen Bereich kein Hehl. "Ich hoffe, dass wir einige Dinge richtig analysieren, aufarbeiten und richtige Entscheidungen treffen", erklärte der 27-Jährige.
Suche nach "Knipsern" beginnt
Kessel verbreitete jedoch ein Jahr nach der erfolgreichen Relegation zunächst vom erneuten Klassenerhalt genährte Zuversicht. "Ich sehe ein Fundament, auf dem wir aufbauen können und werden: Wir haben einen Top-Trainer und der Kern der Mannschaft hat laufende Verträge2, sagte der Manager ungeachtet der offenkundigen Stagnation und betonte vor allem den Anteil von Cheftrainer Lars Kornetka an der Verhinderung des Abstiegs: "Er hat eine neue Spielidee und Energie in die Mannschaft gebracht."
Allerdings vermochte auch Kornetka die Harmlosigkeit des BTSV in der Offensive – mit nur jeweils fünf Toren waren Yardimci Erencan und Aydin Mehmet schon Braunschweigs erfolgreichste Schützen der Saison – nicht abzustellen. Kessel stellte nicht zuletzt deshalb in der Braunschweiger Zeitung "die eine oder andere externe Verpflichtung" in Aussicht: "Wir brauchen ein bis zwei Angreifer, die zweistellig scoren."